Zwei Frauen gehen mit ihren aufgespannten Schirmen bei einem kleinen Schauer über das Pflaster vor einem Einkausfzentrum in der Innenstadt.
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Zwei Frauen gehen mit ihren aufgespannten Schirmen bei einem kleinen Schauer über das Pflaster vor einem Einkaufszentrum in der Innenstadt von Frankfurt.

Schluss mit Langeweile

Mehr Veranstaltungen für „öde Plätze“: Innenstadt von Frankfurt soll attraktiver werden

  • vonKathrin Becker
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Der Ortsbeirat 1 will Plätze in der Innenstadt von Frankfurt mit Veranstaltungen oder Gastronomie aufwerten. Das soll auch der Veranstaltungsbranche zugutekommen.

  • Die Innenstadt von Frankfurt soll durch verschiedene Veranstaltungen lebendiger werden.
  • Damit soll unter anderem die Veranstaltungsbranche während der Corona-Pandemie unterstützt werden.
  • Neue kulturelle Angebote sollen die „öden Plätze“ in der Innenstadt aufwerten.

Frankfurt – Lesungen auf dem Rathenauplatz, Theateraufführungen im Zelt auf dem Roßmarkt oder eine Kunstausstellung im Freien auf dem Goetheplatz. Auf den drei Flächen in der Frankfurter Innenstadt könnte es in Zukunft lebendiger zugehen.

Auf Initiative der Grünen hat sich der Ortsbeirat 1 in seiner jüngsten Sitzung mehrheitlich für eine „vermehrte kulturelle und künstlerische Nutzung“ der Plätze ausgesprochen. Denn aktuell seien die gepflasterten Flächen eher wenig belebt, sagt Andreas Laeuen von den Grünen im Ortsbeirat. „Wir haben immer wieder Klagen aus der Bürgerschaft darüber, dass die Platzfolge langweilig und öde sei“, sagt der Stadtteilpolitiker.

Frankfurt: Innenstadt soll multifunktional genutzt werden

Manuel Denkwitz, Mitglied der Stadtteilgruppe der Grünen und maßgeblich an der Antragskonzeption beteiligt, sagt: „Wir würden es bevorzugen, dass diese Flächen multifunktional genutzt werden“. Konkret könne er sich eine „provisorische Überdachungsmöglichkeit“, zum Beispiel ein Zelt, vorstellen, in dem Veranstaltungen stattfinden könnten. Auch Gastronomie ist laut Beschluss „in einem gewissen Rahmen“ vorgesehen. Weiterhin solle ein Komitee aus „Vertretern der Kunst- und Kulturszene“ einen Veranstaltungsplan ausarbeiten. Denkwitz sagt, er glaube, ein entsprechendes Angebot würde von der Frankfurter Kulturszene gut angenommen.

Mit dem Vorschlag sollen, so der Grünen-Politiker, nicht nur die Plätze in der Innenstadt attraktiver gemacht werden. Gleichzeitig solle auch die Veranstaltungsbranche während der Corona-Pandemie unterstützt werden. „Wir brauchen aus unserer Sicht Möglichkeiten, wo Künstler auftreten können, damit der Kunst- und Kulturbetrieb weiter geht“, so Denkwitz. Auf Anfrage teilte eine Sprecherin des Kulturdezernats mit, dass der Vorschlag aus dem Ortsbeirat zunächst geprüft werden müsse.

Frankfurt: Sperrung der Plätze für Autos wurde abgelehnt

Der ursprüngliche Antrag der Grünen im Ortsbeirat 1 sah nicht nur eine künstlerische Nutzung vor, sondern auch eine Sperrung der Platzfolge für den Autoverkehr für ein Jahr. Dieser Teil konnte sich jedoch nicht durchsetzen. „Wir sind klar dafür, den Platz mit kulturellen Angeboten zu beleben, aber dafür ist es nicht notwendig, den Autoverkehr zu verbannen“, sagt Katharina Schreiner (FDP). Laut Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) sei ein solcher Vorschlag in der Stadtverordnetenversammlung „mit Sicherheit“ nicht mehrheitsfähig.

In der Vergangenheit beschäftigten die Plätze auch immer wieder die Stadtpolitik. Ideen zur Belebung der Platzfolge gab es seit der Umgestaltung der Flächen 2008 viele. Beispielsweise der sogenannte „Zukunftspavillion“, der einige Zeit am Goetheplatz stand und 2017 wieder abgebaut wurde.

Auch in der Diskussion um die Kultursommergärten war der Roßmarkt als Veranstaltungsort im Gespräch. Nach einer Prüfung fiel er allerdings raus, da er bereits für zu viele andere Veranstaltungen wie Demonstrationen vorreserviert war. Daran soll es im aktuellen Beschluss des Ortsbeirats allerdings nicht scheitern. Laut Manuel Denkwitz sollen die Plätze explizit weiterhin für Demonstrationen genutzt werden können. (Von Kathrin Becker)

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