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Seit vielen Monaten, wenn nicht schon Jahren, steht der rote Roller vor der Haustür von Bernd Fritsch, der in der Brückhofstraße wohnt.

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Innenstadt: An der Brückhofstraßehält sich keiner gerne auf

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Die SPD im Ortsbeirat 1 fordert, das Areal rund um die Brückhofstraße aufzuwerten. Seit Jahren geht dort auf dem Platz Nahe der Kurt-Schumacher-Straße der Brunnen nicht mehr, sammelt sich Müll und Unrat an.

Wie lange der rote Motorroller schon herrenlos wenige Meter vor seiner Haustür herumsteht, kann selbst Bernd Fritsch nicht mehr genau sagen. „Ich schätze, mindestens seit 2017.“ Vor Monaten habe das Ordnungsamt den Eigentümer mit aufgeklebten Zetteln aufgefordert, das Gefährt zu entfernen. Passiert sei aber nichts.

Die Liste der Beschwerden an der Brückhofstraße ist lang: Nächtlicher Lärm von den zur Kurt-Schuhmacher-Straße gelegenen Lokalen, illegal abgestellte Autos, vermüllte und verwahrloste Pflanzkübel und durchwühlte Grünflächen, die eher für Hunde und Ratten als für Menschen anziehend seien.

„Das Grünflächenamt beseitigt zwar zweimal im Jahr das Unkraut, doch sonst fühlt sich kaum jemand zuständig“, klagt Hauseigentümer Hubertus Rumpf. Selbst bei Beschwerden, dass man von lärmenden, falsch parkenden oder Müll wegwerfenden Zeitgenossen auch noch beschimpft werde, würden die Behörden nur sehr zögerlich tätig und sich auf mangelndes Personal berufen.

Deshalb wendet sich der zuständige Ortsbeirat 1 dem Platz zu und fordert den Magistrat auf, die Laternen mit Mülleimern und einige der Bäume mit Sitzgelegenheiten zu versehen, die wilden Rasenflächen zu entfernen und durch bepflanzte Begrenzungselemente zu ersetzen. Eine Querung für den Radverkehr soll ausgewiesen werden. Zudem soll geprüft werden, ob der Obelisk nicht wieder als Brunnen verwendet werden kann.

„Der unbenannte Platz in der Fischerfeldstraße bietet zu wenige Möglichkeiten, zu verweilen“, begründet Clemens Schubert (SPD) seinen Antrag. Dabei sei er eine durchaus attraktive Alternative zum gegenüber gelegenen Fischerplätzchen und wegen der Bäume mit vergleichsweise einfachen Mitteln attraktiv herzurichten.

Bereits um das Jahr 2000 wurde eine Initiative zur Platzgestaltung gestartet, erinnert sich Rumpf. Schon damals gab es einen Antrag, den Lärm in den umliegenden Lokalen zu reduzieren und den Platz ins Programm „Schöneres Frankfurt“ aufzunehmen. Die Anwohner berichten, dass in den Folgejahren probeweise Bänke aufgestellt wurden, jedoch wegen Missbrauch für nächtliche Gelage wieder abmontiert wurden.

„Aus heutiger Sicht bietet es sich eher an, dass sich die zuständigen Fachämter der Probleme annehmen und geforderte Maßnahmen einleiten“, sagt Mark Gellert, Sprecher des Planungsdezernats. Eine Aufnahme ins Programm „Schöneres Frankfurt“ lohne wegen der überschaubaren Einzelforderungen nicht. Eine Lösung, mit der Ortsvorsteher Oliver Strank (SPD) leben kann: „Wichtig ist, dass die Gestaltung so offen und einladend für die Anwohner umgesetzt wird, dass sich nicht die falschen Nutzer nächtlicher Gelage angesprochen fühlen.“ Der Brunnen in der Brückhofstraße ist seit 2008 außer Betrieb, wie die Sprecherin des Kulturdezernats Jana Kremin erklärt: „Bei Bau- und Renovierungsarbeiten wurden die Wasser- und Stromleitungen versehentlich gekappt.“ Wegen der 2013 veranschlagten Reparaturkosten von mindestens 15 000 Euro sei er in der Prioritätenliste zurückgestellt worden, könnte bei einer Platzgestaltung aber mitberücksichtigt werden.

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