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Frankfurter Flughafen

Für die Inklusion sensibilisieren

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Studierende befassen sich mit barrierefreien Systemen am Frankfurter Flughafen. Ein Filmprojekt zeigt, wo der Airport noch Nachholbedarf hat.

Schnell mit den Koffern die Rolltreppe hocheilen, einen Blick auf die Anzeigetafel werfen, an welchem Schalter man seine Bordkarte bekommt, und anschließend zum Gate gehen, um den wohlverdienten Urlaub anzutreten. Wer sich auf dem Frankfurter Flughafen bewegt, macht sich wohl nur selten Gedanken über dessen Barrierefreiheit. Doch für Menschen mit Einschränkungen ist so eine Reise ein Abenteuer. Die Studenten des Master-Studiengangs „Barrierefreie Systeme“ an der Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS) wollen hier Abhilfe schaffen.

Seit zwei Jahren beschäftigen sich die angehenden Absolventen mit dem Thema Inklusion. Caroline Günther, Studiengangsleiterin für den Schwerpunkt Planen und Bauen, hatte den Studenten vorgeschlagen, sich mit dem Flughafen zu beschäftigen. „Unter dem Thema ,Barrierefreies Reisen‘ wurden Storyboards entwickelt, und wir haben mit Experten in eigener Sache gesprochen“, sagt Günther. Diese waren kleinwüchsig, saßen im Rollstuhl oder hatten andere Beeinträchtigungen. Den Studenten boten sich Einblicke in das alltägliche Leben und die oftmals auftretenden Schwierigkeiten der Experten.

„Das Angebot am Flughafen ist gut, aber es gibt noch eine Menge zu tun“, resümiert die Studiengangsleiterin. Besonders gut sei der Flughafen auf Menschen im Rollstuhl eingestellt. Problematisch sei es manchmal aber für taube Personen, beispielsweise wenn Durchsagen erfolgen. Mithilfe des Betreuungsservice, der behinderte Fluggäste im Flughafen begleitet, sei ein barrierefreies Reisen schon gut möglich.

Doch Günther wisse, dass Barrierefreiheit ein langsamer Prozess sei – trotz Behindertenkonvention und Aktionsplänen in den Bundesländern. Ein einheitliches Konzept, das alle Aspekte verbinde, sollte das Ziel sein, so die Professorin. Auch der interdisziplinäre Studiengang „Barrierefreie Systeme“ setze da an. „Die Architektur kann nicht allein alle Probleme lösen.“ Deswegen thematisiere der Studiengang auch Informatik und Soziale Arbeit.

Ein Ergebnis der Arbeit der Studenten gibt es ab sofort an den Gepäckbändern des Flughafens zu sehen: kurze Filme zum Thema „Inklusion Traumberufe“. Darin tragen Kinder die Arbeitskleidung ihres Wunschberufs. Ein Junge mit Down-Syndrom würde gern Pilot werden, ein Mädchen im Rollstuhl Polizistin. 

„Wir wollen das Thema Inklusion in die Öffentlichkeit bringen, denn die Inklusion beginnt im Kopf“, sagt Günther. Auch wenn nicht jeder Berufswunsch momentan machbar sei, begännen die ersten Hürden im Kopf der Menschen. Die Studenten wollen diese beiseiteräumen und ein Bewusstsein für das Thema schaffen. Die fünf Filme gibt es auch online.

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