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Bahn statt Auto - noch lange nicht.

Mobilität

Autobahn-Ausbau stoppen

  • Florian Leclerc
    vonFlorian Leclerc
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Rund um Frankfurt sollen die Autobahnen A3, A5, A66 und A661 ausgebaut werden. Bürgerinitiativen fordern den Stopp dieser Projekte - und eine ökologische Verkehrswende.

Ein Bündnis aus Bürgerinitiativen fordert die politisch Verantwortlichen dazu auf, den Autobahnausbau rund um Frankfurt zu beenden. „Wer wirklich eine ökologische Verkehrswende will, darf keine Autobahnen mehr bauen oder ausbauen und damit noch mehr Autoverkehr erzeugen“, teilte das Aktionsbündnis unmenschliche Autobahn (AUA) mit.

Das Bündnis vertritt mit dieser Forderung die Bürgervereinigung Nordend, die Bürgervereinigung Seckbach, die Bürgerinitiative Grüne Lunge, die Interessengemeinschaft Lärmschutz Inheidener Straße, den Ortsverband der Falken im Riederwald, die Interessengemeinschaft östliche Stadtteile, den BUND-Ortsverband Frankfurt-Ost, den BUND-Kreisverband Frankfurt, die VCD Regionalgruppe Rhein-Main.

Statt die Autobahnen A3, A5, A66 und A661 auszubauen, sollte die Politik eine Verkehrswende auf den Weg bringen, fordert das Bündnis. Die Verkehrswende sollte dem Umweltverbund, also Bus, Bahn, Rad und Fußverkehr, Vorrang einräumen und den Auto- und Güterverkehr auf den Straßen drastisch reduzieren.

Wie der Sprecher des Bündnisses, Friedhelm Ardelt-Theeck, ausführte, erhöht sich durch den Autobahnausbau die Zahl der Autos und Lastwagen deutlich. So werden im Riederwaldtunnel laut Hessen Mobil zwischen A66 und A661 ab 2029 insgesamt 110 000 Fahrzeuge am Tag erwartet, davon 6000 Lastwagen.

Derzeit fahren 22 000 Fahrzeuge auf der Straße am Erlenbruch, die eine Verbindungsstraße zwischen den beiden Autobahnen ist. Die Straße ist damit völlig überlastet. Nach dem Bau des Riederwaldtunnels werden immer noch 14 000 Fahrzeuge am Erlenbruch erwartet.

Der zusätzliche Verkehr, den der Riederwaldtunnel produziert, wird sich laut Bündnis auf die Straßen im Frankfurter Osten übertragen. So sei mit insgesamt 200 000 Fahrzeugen am Tag auf der Bundesstraße 521, der Wilhelmshöher Straße, der Straße am Erlenbruch sowie der Hanauer Landstraße zu rechnen. Heute seien dort 120 000 Fahrzeuge unterwegs. Besonders kritisch sieht das Bündnis, dass der Lastwagen-Verkehr um 70 Prozent auf 11 000 Lastkraftwagen am Tag steigen werde. Die Verkehrszunahme betrifft demnach auch die Friedberger Landstraße sowie Ratsweg und Saalburgallee in der Umweltzone.

Ein Autobahn-Ausbau spricht laut Bündnis dem Ziel entgegen, den Verkehr auf den Einfallsstraßen zu senken und die Lärm- und Schadstoffbelastung zu verringern.

Das Bündnis geht davon aus, der Bau der sechsspurigen A66 mit Riederwaldtunnel werde die vierspurige A661 überlasten. Zwar begrüßt das Bündnis eine geplante Einhausung der A661 zwischen Seckbacher und Friedberger Landstraße, aber es lehnt den Ausbau der A661 auf sechs Fahrspuren ab. Ein Ausbau bedeute mehr Verkehr und den Verlust von Grünflächen.

Autobahnausbau:

Im Bundesverkehrswegeplan 2030 ist der Ausbau der A5 zwischen dem Frankfurter Kreuz und dem Nordwestkreuz Frankfurt auf zehn Fahrspuren vorgesehen, zwischen Nordwestkreuz Frankfurt und der Anschlussstelle Friedberg auf acht Fahrspuren. Eine Machbarkeitsstudie untersucht nun den zehnspurigen Ausbaus zwischen Frankfurter Kreuz und Friedberg. Die Ergebnisse sollen im Frühjahr 2021 vorliegen. Den Autobahn-Ausbau in Hessen, der im Bundesverkehrswegeplan 2030 vorgesehen ist, hatte das Land Hessen angemeldet. Im „vordringlichen Bedarf“, also mit Priorität umzusetzen, sind folgende Projekte: A3 auf acht Fahrspuren zwischen Wiesbadener Kreuz und Dreieck Mönchhof (8,5 km) A3 auf acht Fahrspuren zwischen Frankfurter Flughafen und Dreieck Mönchhof (7,5km) A3 auf zehn Fahrspuren zwischen Offenbacher Kreuz und Frankfurter Kreuz (6,7km). A5 auf zehn Fahrspuren zwischen Westkreuz Frankfurt und Frankfurter Kreuz (6 km). A5 auf zehn Fahrspuren zwischen Westkreuz und Nordwestkreuz Frankfurt (1,2km). A5 auf acht Fahrspuren zwischen Bad Homburger Kreuz und Anschlussstelle Friedberg (7,7). Der zehnspurige Ausbau wird untersucht. A5 auf acht Fahrspuren zwischen Nordwestkreuz Frankfurt und Bad Homburger Kreuz (6,3km). Der zehnspurige Ausbau wird untersucht. A66 auf sechs bis acht Fahrspuren zwischen Wiesbaden-Schierstein und Wiesbadener Kreuz (12,5km) A661 auf sechs Fahrspuren zwischen Bad Homburger Kreuz und Anschlussstelle Bad Homburg (1,6km). Im Bau befindet sich der Riederwaldtunnel zwischen A66 und A661 am Kreuz Erlenbruch (2,2km). Geprüft wird der sechsspurige Ausbau der A661 zwischen sechs Spuren von Bad Homburger Kreuz bis Offenbach-Kaiserlei sowie eine Einhausung zwischen Seckbacher und Friedberger Landstraße. (fle)

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