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Initiative will neue Belebung fürs Bahnhofsviertel Frankfurt

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Von: Oliver Teutsch

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Die Back-Factory gibt im Bahnhofsviertel auf.
Die Back-Factory gibt im Bahnhofsviertel auf. Christoph Boeckheler © Christoph Boeckheler

Eine neue Initiative will das Quartier aus der Schmudellecke holen. Auftaktsveranstaltung im Oktober an zehn verschiedenen Orten. Kein Straßenfest wie Bahnhofsviertelnacht.

Das Bahnhofsviertel kommt derzeit in der öffentlichen Berichterstattung nicht gut weg. Meist ist von Kriminalität und Verelendung die Rede. Doch das urbanste und internationalste Viertel Frankfurts hat weit mehr zu bieten. Darauf will nun eine Initiative unter dem Arbeitstitel „Auf ins Viertel“ hinweisen. Einer der Initiatoren ist Arno Börtzler, Vorsitzender des Regionalrats Bahnhofsviertel. „Wir wollen der Elendsviertel-Berichterstattung etwas entgegensetzen“, sagt Börtzler, der seit einigen Jahren selbst im Bahnhofsviertel wohnt.

Den Anstoß dazu habe die ausgefallene Bahnhofsviertelnacht gegeben. „Es hat für Empörung bis Erleichterung gesorgt, als sie abgesagt wurde“, verrät Börtzler. Empörung gab es bei all denen, die daran verdienten und jenen, die dachten, die Bahnhofsviertelnacht bringe eine Verbesserung des Rufs oder gar eine nachhaltige Belebung des Viertels. Erleichterung bei denen, die es nur noch als ausufernde Party wahrgenommen haben. „Unsere Initiative nimmt den Begriff Bahnhofsviertelnacht daher gar nicht in den Mund“, betont Börtzler.

An einem Donnerstag im Oktober soll es an zehn verschiedenen Orten Veranstaltungen geben. „Das wird aber keine Party, eher ein Tag der offenen Tür“, so Börtzler. Ausrichter werde der Gewerbeverein Bahnhofsviertel sein. Ein genauer Termin ist noch nicht gefunden, die Sache noch nicht ganz spruchreif. Dennoch hätten schon jetzt rund 40 Privatpersonen und Geschäftsleute ihre Unterstützung zugesagt.

Auch wenn die Veranstaltung kein Straßenfest werden soll, gibt es doch drei öffentliche Plätze, die bespielt werden: der Wiesenhüttenplatz, der Francois-Mitterrand-Platz und der Jürgen-Ponto-Platz. Der Wiesenhüttenplatz ist ein absolutes Positiv-Beispiel. „Dieser Platz funktioniert“, so Börtzler. Dort hatten sich Anrainer:innen zusammengeschlossen und sich gegen die Vermüllung und für eine Belebung eingesetzt. Mit dem „Yok Yok Eden“, einem Ableger des kultigen „Yok Yok“ in der Münchner Straße, hat der Platz eine Lokalität, die angenommen wird.

Auf den anderen beiden Plätzen sieht das anders aus. Der Jürgen-Ponto-Platz - er hat schon bessere Tage gesehen - und der noch recht neue Mitterrand-Platz an der Mainzer Landstraße könnten etwas Belebung gebrauchen. Der Veranstaltungstag im Oktober soll keine Eintagsfliege sein, sondern durch Folgeveranstaltungen eine gewisse Nachhaltigkeit erzeugen. „Es geht uns darum, ein Miteinander im Bahnhofsviertel zu erzeugen“, so Börtzler.

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