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Die Diskussion über die Zukunft der Bühnen prägt die Kommunalpolitik.

Kultur in Frankfurt

Frankfurt: Neubau der Städtischen Bühnen soll durch Initiative verhindert werden

  • Georg Leppert
    vonGeorg Leppert
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Die Gruppe sieht sich durch ein neues Gutachten bestätigt, das infrage stellt, ob ein Neubau tatsächlich notwendig ist. An den Planungen wird sich aber vermutlich nichts ändern.

Die Initiative „Zukunft Städtische Bühnen Frankfurt“, die sich gegen einen Neubau für Oper und Schauspiel ausspricht, sieht sich durch ein nun veröffentlichtes Gutachten bestärkt. Dabei geht es um eine Untersuchung eines Expertenteams um das Architekturbüro Schneider & Schumacher.

Das Gutachten stelle die „vermeintliche Alternativlosigkeit einer Neubaulösung in Frage“, teilt die Initiative mit, der etwa die Frankfurter Architektin und Stadtplanerin Maren Harnack angehört. Weiter stellt die Gruppe fest: „Eine optimierte Sanierung mit ausgelagertem Produktionszentrum wird voraussichtlich etwas billiger als ein Neubau, ist funktional zum Status quo deutlich verbessert und damit auch vergleichbar zu anderen internationalen Häusern.“

Gutachten zum Neubau der Städtischen Bühnen in Frankfurt

Eine Bestandlösung werde zudem „dem bislang ignorierten Denkmalschutz gerecht“ und habe eine deutlich bessere Ökobilanz. Die Erwartungen an einen Neubau seien „bezüglich Kosten, Risiken und Funktionalität zu optimistisch“.

Das Gutachten ist Teil des Validierungsprozesses, mit dem Experten die Planungen und Untersuchungen für die neuen Bühnen begleiten sollen. Insbesondere der Fraktionschef der Grünen im Römer in Frankfurt, Sebastian Popp, hatte sich für eine Veröffentlichung eingesetzt. Die Initiative „Zukunft Städtische Bühnen Frankfurt“ dankt ihm dafür.

Städtische Bühnen in Frankfurt: Kritik an Initiative

Allerdings stellte Popp im Gespräch mit der FR klar, dass er durchaus zum Beschluss der Stadtverordneten steht, die Bühnen eben nicht zu sanieren, sondern an gleicher oder an anderer Stelle neu zu bauen. „Nur wenn Geld, Zeit und Ressourcen keine Rolle spielen, kann man alles sanieren“, sagte Popp.

Die städtische Stabsstelle zur Zukunft der Bühnen wies die Forderungen der Initiative zurück. Sie gebe das Gutachten stark verkürzt oder falsch wieder. Tatsächlich bestätige das Validierungsteam die Annahmen, Berechnungen und Aussagen des Planungsteams. „Die von der Initiative ins Feld geführten Argumente, welche angeblich eine Sanierung empfehlen, sind nicht stichhaltig“, heißt es von der Stabsstelle.

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