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Gemeinsam sind sie stark

Initiative #supportyourlocalFFM ist auch vor Ostern für ihre Kunden aktiv

Wenn es etwas Gutes gibt für den stationären Einzelhandel in der Corona-Krise, dann ist es die Rückbesinnung der Menschen auf „nah, gut und persönlich“. Die lokalen Geschäfte und Dienstleistungen erfahren in diesen Tagen eine kleine Wiederentdeckung – zumindest jene, die weiter für ihre Kunden da sind. So erlebt es die Initiative #supportyourlocalFFM in der Frankfurter Innenstadt seit einer Woche. Nachdem die acht beteiligten Geschäfte unter anderem einen Flyer in Umlauf gebracht, online informiert haben und auch schon in dieser Rubrik präsent waren, haben sie eine tolle Resonanz erlebt, wie Initiatorin Anna Kobberger berichtet. „Es haben uns viele Kunden sofort angerufen, einige hatten es nicht auf dem Schirm, dass wir diesen Service aufrechterhalten“, erzählt Anna Kobberger aus der Parfümerie Kobberger im Thurn und Taxis Palais. „Und uns selbst gibt es eine Perspektive und zeigt, dass wir nicht aufgeben wollen.“

Selbst jene Geschäfte, die als Versorger nach wie vor öffnen dürfen wie die Kleinmarkthalle, der Samen-Andreas, die Metzgerei Ebert und Wacker’s Kaffee erlebten nach Start der Initiative eine höhere Frequenz. So berichtete Michaela Frieser, dass sie sich freue, dass die Verbraucher nun auch wieder in der Kleinmarkthalle u.a. ihr frisches Obst und Gemüse beziehen.

Noch wichtiger ist der Service für die Geschäfte, die vom Shutdown betroffen sind und nur noch telefonisch und auf den diversen Online-Kanälen für ihre Kunden da sein können – wie eben die Parfümerie Kobberger, die Buchhandlung an der Paulskirche, das Tee- und Gewürzhaus Schnorr und die CenterCopy GmbH, die sogar in dieser Phase neue Kunden gewinnen konnte. Auch für das bevorstehende Ostergeschäft glühen in diesen Tagen die Drähte. Wer etwa noch einen schönen Duft aus der Parfümerie an seine Lieben verschenken möchte, dem garantieren Anna und Klaus sowie das gesamte Kobberger-Team eine pünktliche Auslieferung, sofern die Bestellung bis zum heutigen Dienstagnachmittag 16:00 Uhr eingegangen ist. Sie liefern in der Regel versandkostenfrei per DHL aus, im Frankfurter Stadtgebiet häufig auch selbst. Eventuell werde kurz vor Ostern noch ein Fahrradkurier engagiert, um eilige Bestellungen an die Kunden bringen zu können.

Generell wird man in diesen Tagen, in denen neue Kommunikations- und Vertriebskanäle entstehen, erfinderisch. So versucht die Parfümerie Kobberger ihre individuelle Beratung aufrechtzuerhalten. Eine Kundin haben sie mit einer 20-minütigen Facetime-Videoübertragung in Sachen Contouring beraten. „Wir haben die Produkte auf unsere Handflächen aufgetragen, damit sie die Farben sehen konnte und haben dann mit der Kamera immer zwischen Video- und Selfie-Modus gewechselt. Das war ein schönes Einkaufserlebnis für die Kunden, aber auch für uns. Es ist spannend, was heute mit Technik so alles möglich ist“, berichtet Anna Kobberger von interessanten Lerneffekten für den Verkauf, die in nicht allzu ferner Zukunft zum Standard-Repertoire gehören könnten.

Gelernt haben die acht Partner von #supportyourlocalFFM, dass Gemeinsamkeit sie stark macht. „Man wird sensibilisiert dafür, dass man gemeinsam stärker ist als allein. Egal, wo man fragt, bekommt man auch Unterstützung. Wir erleben ein schönes Miteinander, an das wir uns in Zukunft sicher erinnern werden“, sagt Anna Kobberger und dankt auch der Grafikdesignerin Katrin Kobberger, die die Flyer der Initiative in Windeseile entworfen hat. In das Miteinander schließt sie ebenfalls die treue Kundschaft der lokalen Geschäfte mit ein: „Wir möchten uns bei unseren Kunden für jede einzelne Bestellung ganz herzlich bedanken und wünschen ihnen ein schönes Osterfest.“

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