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Platz für Menschen, nicht für Autos.
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Platz für Menschen, nicht für Autos.

Park(ing) Day Frankfurt

Initiative blockiert Parkplätze

  • Clemens Dörrenberg
    VonClemens Dörrenberg
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Beim zweiten Frankfurter "Park(ing) Day" blockieren Fahrradfahrer Parkplätze in der Innenstadt, um ein Zeichen zu setzen.

In der Bleidenstraße ist es am Samstagnachmittag mal wieder ziemlich eng. Autos stauen sich meterweit, weil sie Fußgänger an der Liebfrauenstraße über den Gehweg lassen müssen. In beiden Fahrtrichtungen holpern links und rechts Radfahrer über Kopfsteinpflaster an den Wagen vorbei.

Auch ein blauer Doppeldeckerbus, der Touristen durch die Stadt fährt, steht in der Schlange, daneben teils dicke Autos. Der Weg, an dem einige Cafés Tische rausgestellt haben, wird gerne für Protzfahrten genutzt.

Insgesamt vier Parklücken bleiben an diesem Samstag aber autofrei. Zum zweiten Frankfurter „Park(ing) Day“ haben der Verkehrsclub Deutschland (VCD), der Allgemeine Deutsche Fahrraclub (ADFC), bei dem man sich sein Rad warten lassen kann, Greenpeace und Transition Town dort ihre Stände links und rechts der Fahrbahn aufgebaut. Pylonen und ein Sonnenstuhl stehen am Straßenrand, so dass Autos einen kleinen Bogen fahren müssen.

„Wir brauchen den städtischen Raum zurück für die Menschen“, sagt Matthias Biemann vom VCD. In Zeiten des Klimawandels sollten Parkplätze etwa Bäumen weichen, findet er. Uli Zimmermann und seine Mitstreiter der Umweltinitiative Transition Town zeigen, dass man auf einer Parkfläche auch kochen kann. Sie haben zwei Solaröfen aufgebaut, einen aus Holz und einen aus mit Aluminium beschichteter Pappe. Darin haben sie Bratäpfel bei rund 100 Grad gegart. „Wir möchten tatsächlich den privaten Autoverkehr von der Straße weg haben“, sagen sie. Das Auto sei das „ungünstigstes Verkehrsmittel“.

Impulse erforderlich

Ähnlich sieht das auch Julia Möller. Sie ist zufällig vorbeigekommen und befürwortet das Anliegen. „Solche Impulse und kleinen Steinwürfe sind nötig“, sagt die 31-Jährige. Die Stadt stecke verkehrstechnisch noch in den 1950er Jahren. „Als Radfahrerin hat man es hier nicht leicht“, ergänzt sie. Dass „teure Stadtfläche für kostenloses Parken“ hergegeben werde, könne sie nicht verstehen. In der Wilhelm-Leuschner-Straße, wo sie wohne, würde sie die dreispurige Stadtautobahn am liebsten nur auf einer Spur für Autos öffnen und links und rechts Fahrradwege einrichten.

„Ist doch okay“, sagt ein Autofahrer zu der Aktion durch das geöffnete Fenster, während er mit seinem alten Mercedes durch die Bleidenstraße rollt. Er habe ein Büro in der Innenstadt und dort einen eigenen Parkplatz im Hof. Ein junger Fahrer, mit Kennzeichen aus dem Main-Taunus-Kreis, ruft, „es gibt zu wenig Parkplätze“. Die Broschüre zum „Park(ing) Day“, die ihm ein Greenpeace-Mitglied reicht, will er nicht haben.

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