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Die Uni profitiert vom Jubiläum der Freundesvereinigung.

Goethe-Universität in Frankfurt

Viele Geschenke für die Goethe-Uni

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Die Freundesvereinigung der Frankfurter Goethe-Universität besteht seit 100 Jahren. Zum Jubiläum gibt sie der Hochschule viel, viel Geld.

Auf den Tag genau 100 Jahre nach der Gründung hat die Freundesvereinigung der Goethe-Universität am Donnerstagabend ihr Jubiläum mit einem Festakt und vielen Gästen gefeiert. Und es gab viele, viele Geschenke für die Hochschule: Neben der Millionensumme, die sie ohnehin jedes Jahr ausschüttet, hat die Freundesvereinigung einen weiteren siebenstelligen Betrag eingeworben. „Wir wollen damit zeigen, wie ernst es uns mit der Förderung von Zukunft ist“, sagte der Vorsitzende, der frühere Fraport-Chef Wilhelm Bender.

Über den Zusatzbetrag könnten viele weitere Projektanträge bewilligt werden. „Die Freunde haben einen wichtigen Anteil am Erfolg der Goethe-Universität in Wissenschaft und Gesellschaft“, betonte Universitätspräsidentin Birgitta Wolff.

Die Freunde stifteten mehrere Gastprofessuren für Zukunftsfragen. Angesehene Vertreter ihres Fachs werden in Vorlesungen und Bürgerdialogen öffentlich Stellung beziehen. Eine Gastprofessur wird sich mit neuen onkologischen Therapien beschäftigen, eine mit der Volkskrankheit Arthrose und ihren Auswirkungen auf eine alternde Gesellschaft. Eine dritte Gastprofessur wird ausloten, warum Westeuropa nicht mehr die globale Deutungshoheit beanspruchen kann und was das bedeutet.

Eine vierte Gastprofessur dreht sich um das Thema, dass unsere Welt heute politisch und ökonomisch besser dasteht als früher, auch wenn die tägliche Berichterstattung über Krisen und Kriege einen anderen Eindruck vermittelt.

Ein Geschenk erhält auch das neugegründete Frankfurt Cancer Institute (FCI), das aus Mitteln der Loewe-Initiative finanziert und für das ein Neubau errichtet wird. Die Universität stärke damit ihre Position in der internationalen Krebsforschung. Die beiden Ehrensenatorinnen Renate von Metzler und Karin Giersch haben zusammen mit Stefan Quandt bei einem Benefizkonzert zum Hundertjährigen rund 200 000 Euro gesammelt. Mit diesem Geldgeschenk soll ein Labor eingerichtet werden, das die komplexen immunologischen Veränderungen bei Krebs untersucht.

Die Freunde finanzieren zudem Stiftertafeln mit den Namen der Gründer und engagierter Freunde und Förderer.

Der liberale Geist einer dem Gemeinwohl verpflichteten Frankfurter Bürgerschaft habe zur Gründung der Goethe-Universität geführt. Dieselben Mäzene und Stifter sorgten 1918 mit der Vereinigung von Freunden und Förderern dafür, dass die junge Hochschule nach den schlimmen Folgen des Ersten Weltkriegs weitermachen und sich behaupten konnte. Seitdem fördern die Freunde Zukunft, indem sie die Universität jährlich mit umgerechnet einer Million Euro unterstützen.

Sie ermöglichten auch die Gründung des ersten Lehrstuhls für Soziologie in Deutschland, auf den Franz Oppenheimer berufen wurde, oder die 1959 eingerichtete Poetik-Vorlesung, die seinerzeit von Ingeborg Bachmann eröffnet wurde.

Und weil man nie genug Freunde haben kann, setzten sich Bender und die stellvertretende Vorsitzende der Freundesvereinigung, Julia Heraeus-Rinnert, mit Nachdruck dafür ein, neue Mitglieder zu gewinnen. Mit 1600 Freunden gehöre die Vereinigung zwar zu den größten ihrer Art, aber viele Aufgaben warteten noch.

Deshalb sei jedes neue Mitglied willkommen. Einfache Mitglieder zahlten 70 Euro im Jahr, Förderer 200 Euro und Donatoren 500 Euro. Darüber hinaus sei jede weitere Summe willkommen.

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