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Landwirt aus Leidenschaft: Andreas Damm auf seinem Erdbeerfeld,
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Landwirt aus Leidenschaft: Andreas Damm auf seinem Erdbeerfeld,

Frankfurt

„In zehn Tagen sind sie am aromatischsten“

Bauer Andreas Damm aus Frankfurt spricht über die diesjährige Erdbeerernte und wie er die Früchte am liebsten isst.

Andreas Damm ist Landwirt aus Leidenschaft. Der 52-Jährige führt das Schelmenhäuser-Hofgut in Bergen-Enkheim. Auf seinem Feld öffnet nun die Erdbeerernte zum Selbstpflücken.

Der Mai war ziemlich kalt. Was bedeutet das für die Erdbeerernte in diesem Jahr?

Die Erdbeerernte ist gegenüber den letzten drei Jahren etwa zehn Tage später. Allerdings sind wir im Mittel der Jahre nicht unbedingt zu spät. Für die Natur ist das ganz normal und nicht besorgniserregend. Wir hatten auch schon Jahre, da waren wir deutlich später. Das Problem ist heutzutage nur, dass unsere Gesellschaft gerne immer alles überall verfügbar und zu einem gewissen Zeitpunkt haben möchte. Wenn das nicht verfügbar ist, wird es schnell schwierig.

Im Sinne davon, dass Erdbeeren nicht 356 Tage im Jahr zu bekommen sind?

Ja, man sieht Erdbeeren im Regal, die kommen aus Spanien oder sonst woher. Und dann denkt man, dass die Erdbeeren bei uns auch reif sind. Wir hatten die ersten Anrufe Mitte März, dass Leute zum Selbstpflücken kommen wollten.

Welche Rolle spielt denn die Corona-Epidemie?

Man merkt schon, dass die Leute den Drang nach draußen haben. Gerade Familien mit Kindern suchen den Weg aufs Feld. Die Menschen wollen unbedingt ins Freie und sich körperlich betätigen. An dieser Stelle passen dann die Erdbeeren zum Selbstpflücken sehr schön. So kann man Nützliches mit Spaß verbinden.

Angebote zum Selbstpflücken

In Hessen werden an mehreren Orten die Felder zum Selbstpflücken geöffnet. Hier können die Früchte ab jetzt jeden Tag in der Woche selbst geerntet werden:

Wallau: Das Selbstpflückfeld von Pauls Bauernhof an der Theodor-Heuss-Straße Richtung Nordenstadt ist ab acht Uhr geöffnet, es gelten die üblichen Abstandsregeln. Der letzte Einlass ist bis 17 Uhr möglich. Der Kilopreis beträgt 4,50 Euro. Das Feld in Marxheim ist bereits leergepflückt und deswegen vorerst geschlossen.

Lieblos: Im Main-Kinzig-Kreis öffnet der Bauernhof Würfl für die eigene Ernte. Die Felder befinden sich zwischen Lieblos und Rothenbergen auf der Verlängerung der Leipziger Straße und öffnen für Besucher:innen ab neun Uhr. Auch hier gelten die Abstandsregeln. Ein Kilo selbst gepflückte Erdbeeren kostet 3,90 Euro.

Darmstadt: Der Spargelhof Appel aus Arheilgen bietet auf seinen Feldern im Wachtelweg Erdbeeren zum Selbstpflücken an. Vor Ort sind die Ackerflächen ausgeschildert. Der Preis pro gepflücktem Kilogramm liegt bei 4,90 Euro.

Frankfurt Nieder-Erlenbach: Auf dem Obsthof am Steinberg ist das Pflücken auf telefonische Anfrage unter 06101/415 22 möglich. Der Biohof entscheidet täglich nach Bedarf und Reifegrad, auf welchen Feldern in der Nähe des Hofs geerntet werden kann. Dabei gilt ein Kilopreis von 8,50 Euro, ab zehn Kilo liegt er bei 5,50 Euro.

Erwarten Sie in diesem Jahr eine große Ernte? Wie lange kann gepflückt werden?

Wie groß die Ernte am Ende wird, kann ich tatsächlich erst sagen, wenn wir fertig sind. Die Natur spielt da eine große Rolle. Wenn jetzt zum Beispiel Hagel auf die Felder trifft, dann zerstört das unsere Ernte. Da kann schnell alles weg sein. Damit unsere Erdbeeren weiter wachsen und die Ernte zum Erfolg wird, brauchen sie wie jede andere Pflanze Licht und Wasser. Hinzu kommt, dass es nicht zu heiß sein darf, sonst gib es zu viel Stress für die Pflanze. Wenn es ab heute die nächsten vier Wochen nicht mehr regnet, wird die Ernte wieder kleiner. Von den Temperaturen her sind 20 bis 25 Grad am besten, ab und zu ein kleiner Regenschauer wäre dann noch ideal. Am Anfang der Saison kann man also nicht sagen, wie groß die Ernte wird. Aktuell können wir trotzdem davon ausgehen, dass wir die nächsten fünf Wochen Erdbeeren zum Selbstpflücken haben.

Jetzt sind die Erdbeeren gepflückt und können mit nach Hause genommen werden. Wie halten sich die Erdbeeren am besten?

Auf jeden Fall müssen sie mit dem Grün zusammen gepflückt werden. Sonst verlieren sie ihren Fruchtsaft, werden nass und trocknen dann aus. Wenn man die geernteten Erdbeeren ein bisschen länger lagern will, müssen sie auf jeden Fall in den Kühlschrank. Am Anfang der Saison sollten zuerst kleinere Mengen für den täglichen Gebrauch gepflückt werden, für den Erdbeerkuchen, für den Milchshake, für die Erdbeeren mit Zucker oder Sahne oder wie man es sonst noch mag. Wer sie einkochen will, sollte noch zehn bis 14 Tage warten, bis wir in der Haupternte sind. Zu diesem Zeitpunkt sind die Erdbeeren am aromatischsten. Da geht auch das Pflücken schneller, weil dann die meisten Beeren rot sind.

Wie essen Sie Ihre Erdbeeren am liebsten?

Auf einem Erdbeerkuchen esse ich sie am liebsten. Besonders lecker ist es aber auch, wenn meine Frau sie mittags macht. Dann esse ich sie auch sehr gerne kleingeschnitten mit ein bisschen Zucker und ein bisschen Sahne.

Interview: Alina Hanss

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