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Der Frankfurter Römer.

Römerbriefe

In Quarantäne

  • Sandra Busch
    vonSandra Busch
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  • Georg Leppert
    Georg Leppert
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Immer mehr Dezernate können nur eingeschränkt arbeiten. Wenn das mal nicht ausgenutzt wird. Die FR-Glosse aus dem Frankfurter Rathaus.

Leppert: Ich gehe in Quarantäne.

Busch: Dann lass uns die Römerbriefe bei einer Telefonkonferenz schreiben.

Leppert: Wenn du dann dabei nicht Solitär spielst …

Busch: Und du nicht währenddessen durch den Park joggst.

Sie haben es alle mitbekommen, liebe Freundinnen und Freunde der Kommunalpolitik: Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) ist in Quarantäne. Und sein gesamtes Dezernat dazu. Das FR-Römer-Team hofft natürlich, dass es allen gut geht und sie bald wieder an den Schreibtischen im Dezernat sitzen. Zunächst sind sie aber nun im Homeoffice. Praktikable Sache, doch wir wissen schließlich alle, dass es die Kommunikation erschwert. Die einen spielen Candy Crush während der Telefonkonferenz, die anderen machen ein Nickerchen. Da gehen schon mal Informationen verloren.

Nun könnten politische Widersacher das natürlich ausnutzen. Bevor irgendjemand es mitbekommen kann, hat CDU-Fraktionschef Nils Kößler das Experiment mit den roten Radstreifen auf der Friedberger wegen langer Staus für beendet erklärt, schnappt sich ein Markierungsfahrzeug und färbt den Radstreifen eigenhändig um. Grau. Damit Autos ihn wieder nutzen können. Die im Verkehrsdezernat daraufhin einberufene Telefonkonferenz scheitert, weil Oesterling sein Handy nicht findet.

Aber nicht nur das Verkehrsdezernat muss in Quarantäne. Zu sehr ist es mit dem Bildungsdezernat verquickt, sind doch Referent:innen der Dezernate miteinander verheiratet. Also kommt auch Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) mit ihrem Team in Quarantäne. Das lässt Baudezernent Jan Schneider (CDU) aufhorchen und er beschließt: Wir bauen schnell die Europäische Schule auf den Mainwasen. Mit seinem Auto karrt er höchstpersönlich an der Anhängerkupplung ein Holzmodul an. Geht alles ganz schnell, deswegen lobt er die Bauweise ja stets. Und es geht so schnell, dass Weber nicht mal die Taste für den Videocall drücken kann.

Mehr kann Schneider nicht ausrichten, denn Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne) schickt ihn in Quarantäne. Schließlich ist Schneider neulich bei der Magistratssitzung mit Weber in den Ringkampf gegangen. Seit Corona sind dabei keine Zuschauer mehr erlaubt, und die beiden mussten ins Nebenzimmer. Aber da Majer nicht überprüfen kann, ob sie Masken trugen, wird Schneider mit seinem Dezernat in Quarantäne gesteckt. Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) ergreift ihre Chance: Sie pflanzt schnell Bäume auf dem Kaiserlei. Und stellt noch Gänsezäune dazu auf. Sicher ist sicher.

Weiter kommt Heilig nicht, sie muss in Quarantäne. Majer hat herausgefunden, dass sie unlängst in Schneiders Büro gestürmt war und ihn anbrüllte, weil er die Beachtung geschlechtergerechter Sprache während der Pandemie für Zeitverschwendung hält. Schneider setzte vor Schreck keine Maske auf, Heilig vergaß ihre vor Empörung. Das Umweltdezernat im Homeoffice ruft Planungsdezernent Mike Josef (SPD) auf den Plan. Er schwingt sich auf einen Bulldozer, fährt ins Nordend und macht die Grüne Lunge platt. Fakten schaffen für das Neubaugebiet Günthersburghöfe.

Da die Verstrickungen zwischen den Dezernaten eng sind, beschließt Majer, dass nun alle in Quarantäne müssen. Nur einer aus der Stadtregierung nicht. Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD). Er hat immer eine Maske getragen – und kann das lückenlos auf Fotos beweisen.

Sandra Busch und Georg Leppert gehören zum Team der FR, das aus dem Frankfurter Römer berichtet.

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