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An Frankfurter Schulen laufen die Bauarbeiten auf Hochtouren. Bis zum neuen Schuljahr muss alles wieder funktionieren.

Schule

In Frankfurt werden denkmalgeschützte Schulen saniert

  • Helen Schindler
    vonHelen Schindler
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Frankfurts Baudezernent Jan Schneider (CDU) stellt bei einer Besichtigungstour vor, wie moderne Schulen in denkmalgeschützten Räumen ausssehen können.

Die Stadt hat im vergangenen Jahr 160 Millionen Euro im Bereich Bildung investiert, 2020 sind es laut Haushaltsplan noch einmal 15 Millionen Euro mehr. Bei mehreren Schulsanierungs- und -erweiterungsprojekten werden derzeit letzte Arbeiten ausgeführt. Drei Schulen mit denkmalgeschützter Bausubstanz hat Baudezernent Jan Schneider (CDU) am Montag bei einer Besichtigungstour präsentiert: die Franckeschule, die Merianschule und die Klingerschule. „Die drei Schulen sind gute Beispiele dafür, wie alte, schützenswerte Bausubstanz gut mit den Anforderungen an einen zeitgemäßen Unterricht in Einklang gebracht werden kann“, sagte Schneider.

Die Franckeschule, eine vierzügige Grundschule in Bockenheim, ist um einen zweigeschossigen Anbau erweitert worden. Dieser war nötig geworden, weil in dem unter Denkmalschutz stehenden Altbau nicht genügend Platz war, um einen Ganztagsbetrieb zu ermöglichen. In dem neuen Anbau sind ein Mehrzweckraum, drei Klassenräume, der Geräteraum der Turnhalle und WC-Anlagen untergebracht.

Zudem wurden im Altbau Mängel bei der Haustechnik und beim Brandschutz beseitigt. Da die Schule während der Bauarbeiten in eine Modulanlage an der Ginnheimer Straße ausgelagert war, nutzte das Amt für Bau und Immobilien (ABI) die Gelegenheit, weitere Arbeiten im Bestandsgebäude durchzuführen. So wurden die Böden ausgetauscht und Malerarbeiten ausgeführt.

Maßnahmen in einem Paket zu bündeln, ist laut Baudezernent Schneider der neue Ansatz des ABI. Das könne allerdings auch dazu führen, dass sich Projekte in die Länge zögen. Die ursprünglich vorgesehene Bauzeit von 16 Monaten hatte sich auf zwei Jahre ausgedehnt. Nach den Sommerferien können die Schüler in die sanierte Franckeschule zurückkehren. Insgesamt hat die Stadt rund 10,5 Millionen Euro investiert.

Die Merianschule im Nordend dürfte inzwischen vielen Frankfurtern ein Begriff sein. Ursprünglich sollte der Umzug im Herbst 2018 erfolgen, doch weil die Fassadenbaufirma Insolvenz anmelden musste, verzögerte sich der Umbau. Nun sollen die Schüler frühestens im Herbst dieses Jahres, zwei Jahre später als geplant, in das Gebäude zurückkehren können. Seit vier Jahren werden sie in Containern am Günthersburgpark unterrichtet.

Baudezernent Jan Schneider bei der Rundtour zu Schulbaustellen.

„Die Baustelle an der Merianschule ist keine einfache Baustelle“, sagt Schneider. „Wir sind ein bisschen hinter der Zeit.“ Doch er hoffe, dass die Baumaßnahmen bis zum Herbst abgeschlossen werden können. „Für das, was passiert ist, ist es noch vergleichsweise gut abgelaufen. Das Ergebnis entschädigt für einiges“, ist sich der Dezernent sicher.

Die Schule wurde saniert, brandschutztechnisch ertüchtigt und ist künftig für den inklusiven Ganztagsbetrieb gerüstet. Durch den Umbau erhält sie zusätzliche Kapazitäten, sodass künftig fünf statt bisher vier Parallelklassen pro Jahrgang eingerichtet werden können. Der neue Haupteingang hat eine vollverglaste Fassade bekommen. Auf jeder Etage soll eine lichtdurchflutete Halle zum „Ort der Begegnung“ werden. Daneben entsteht eine zweigeschossige Mensa auf dem Schulhof. Die Gesamtkosten des Projektes belaufen sich auf rund 25 Millionen Euro.

An der Klingerschule im Nordend wurde ein besonderes Vorhaben wurde verwirklicht. Die Berufsschule ist in einem denkmalgeschützten Gebäude von 1879 untergebracht, das im Zweiten Weltkrieg zum Teil zerstört und in den 1950er Jahren wieder aufgebaut wurde. Bei der Sanierung wurde das Notdach aus dieser Zeit abgebrochen und durch einen Dachaufbau ersetzt, in dem sich nun eine moderne, offene Lernlandschaft befindet. In dem neuen Herzstück der Schule können sechs Klassen unterrichtet werden. Es gibt keine Türen, dafür individuell zusammenstellbare Tischgruppen, Sitzsäcke und eine Dachterrasse mit Skyline-Blick. „Selbstständiges Lernen ist uns wichtig“, sagt Schulleiter Jochen Steinacker. „Die Schüler bekommen längerfristige Lernaufträge, ihre Zeit können sie sich selbst einteilen.“

Neben der neuen Lernlandschaft bekamen bei der Sanierung auch die historisch bedeutsamen Elemente des Gebäudes besondere Aufmerksamkeit. So wurden die Kreuzgratgewölbe sichtbar gemacht, der Portikus am Haupteingang wieder errichtet und die denkmalgeschützte Aula restauriert. Gleichzeitig wurde der Altbau saniert, brandschutztechnisch ertüchtigt und barrierefrei erschlossen. Ein Teil der Schülerschaft musste während der Bauzeit zeitweise in Modulanlagen auf dem Schulgrundstück umziehen. Das neue Schuljahr wird im sanierten Altbau starten. Insgesamt investiert die Stadt rund 21,1 Millionen Euro.

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