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Schritt in die Zukunt, etwa wie hier mit einer Ausbildung bei der Lufthansa Technik.
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Schritt in die Zukunt, etwa wie hier mit einer Ausbildung bei der Lufthansa Technik.

Ausbildungs-Krise

In Frankfurt gibt es einen dramatischen Einbruch bei der Ausbildung

  • Peter Hanack
    VonPeter Hanack
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Die Frankfurter Arbeitsagentur, IHK, Handwerkskammer und die Ausbildungsbetriebe werben intensiv um Jugendliche. Denn es gibt zwar weniger Lehrstellen, aber auch deutlich weniger Interessenten.

Corona hat den Ausbildungsmarkt kräftig durcheinandergewirbelt und teilweise fast zum Zusammenbrechen gebracht. Mit vereinten Kräften wollen nun Kammern, Arbeitsagentur und Betriebe die jungen Menschen wieder für eine Ausbildung interessieren. Diese auch zu erreichen, wird nicht leicht.

Die Zahlen sind dramatisch. Im Mai 2021 werden bei der Industrie- und Handelskammer Frankfurt (IHK) 28 Prozent weniger Ausbildungsverträge gezählt als im Mai 2019, also vor der Pandemie. Bei der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main, die große Teile Südhessens abdeckt, sind es sogar 30 Prozent weniger als noch vor einem Jahr.

Für Mittwoch nun hatten die IHKs gemeinsam mit der Handwerkskammer und der Frankfurter Agentur für Arbeit sowie dem Jobcenter zur Pressekonferenz geladen.

Fachkräftemangel bleibt

„Es ist wichtiger als je zuvor, Chancen zu schaffen“, sagte Stephanie Krömer, Geschäftsführerin der Arbeitsagentur. Und zwar sowohl für die Jugendlichen als auch für die Betriebe selbst. Denn der steigende Fachkräftebedarf bleibe bestehen. Allerdings habe der Lockdown die Tendenz, dass sich vergleichsweise wenige Schulabsolventen für eine Ausbildung entschieden, verstärkt. Insgesamt gebe es „zahlreiche Fragezeichen in den Köpfen“.

IHK-Präsident Ulrich Caspar sagte, es sei schwierig, Jugendliche und die Ausbildungsbetriebe zusammenzubringen. Die Situation sei stark durch die Psychologie bestimmt. Es seien unsichere Zeiten, und Menschen neigten dazu, in solchen Zeiten Entscheidungen zurückzustellen. Etwa auch die für eine Ausbildung.

Täglich neue Stellen

Dabei gebe es durchaus gute Aussichten für jene, die am Erlernen eines Berufs Interesse hätten, so Caspar. Insgesamt erhole sich der Ausbildungsmarkt langsam. Täglich würden, sagte Arbeitsagentur-Chefin Krömer, neue freie Stellen gemeldet.

Allerdings ist die Lage sehr verschieden, mutet teils kurios an, je nach Branche. IHK-Präsident Caspar nannte Zahlen. So sei die Zahl der abgeschlossenen Lehrverträge in den Metall- und Elektroberufen im Vergleich zum Vorjahr um ein Viertel zurückgegangen, obwohl die Betriebe wirtschaftlich überhaupt nicht negativ betroffen gewesen seien. Nachvollziehbar seien da eher die Rückgänge in der Tourismusbranche (minus 25 Prozent) und beim Hotellerie- und Gastgewerbe mit 50 Prozent. Zugleich hätten die Ausbildungsverhältnisse in der Informationstechnologie um 40 Prozent zugelegt.

Insgesamt gebe es im Bezirk der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main, der bis in den Odenwald reicht, 2000 freie Plätze, sagte Kammerpräsidentin Susanne Haus. Gesucht würden etwa Installateure, Elektromechaniker oder Maler und Lackierer.

Jugendliche schwer zu erreichen

Nötig sei nun, die duale Ausbildung „wieder in den Fokus“ zu bringen, so Haus. Informationsangebote gebe es viele. Dabei sei die große Schwierigkeit, die Jugendlichen zu erreichen.

Claudia Czernohorsky-Grüneberg, Geschäftsführerin des Frankfurter Jobcenters, berichtete, die Motivation der 15- bis 25-Jährigen habe etwas abgenommen. „Die Jugendlichen sehen für sich selbst wegen Corona eine schlechtere Perspektive“, sagte sie. Sie seien psychisch verunsichert, Probleme in der Familie, der Schule und in Beziehungen hätten zugenommen.

Kaum persönlicher Kontakt

„Seit März vergangenen Jahres haben wir kaum noch persönlichen Kontakt zu den Jugendlichen“, sagte Czernohorsky-Grüneberg. Gerade aber der sei für Menschen in prekären Lebensverhältnissen besonders wichtig. Die Ausbildungsplätze seien vorhanden. Die „sportliche Aufgabe“ sei nun, die Zielgruppe dafür zu interessieren. Direkte Kontakte sollen in den nächsten Wochen wieder aufgebaut werden, sagte sie.

Mit einer breit angelegten Werbekampagne auf allen Kanälen, digitalen Info-Säulen in Schulen mit den Top Ten der offenen Lehrstellen und vielen weiteren Informationsangeboten soll nun die Zahl der abgeschlossenen Verträge wieder zum Steigen gebracht werden.

7777+ Chancen in Frankfurt-Rhein-Main heißt die Kampagne für mehr Ausbildung. Informationen dazu gibt es unter www.7777plus.de

In Frankfurt suchen weniger Jugendliche nach einer Lehrstelle. Wer aber interessiert ist, hat gute Chancen, auch etwas zu finden.

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