Römerbriefe

In den Weltnachrichten

  • Claus-Jürgen Göpfert
    vonClaus-Jürgen Göpfert
    schließen
  • Georg Leppert
    Georg Leppert
    schließen

Peter Feldmann blamiert sich im „Heute Journal“. Na und? Lesen Sie mal, was andere Politiker so von sich geben würden. Die FR-Glosse aus dem Frankfurter Rathaus.

Leppert: Happy Meal bei McDonald’s.

Göpfert: Sonderbare Verwandtschaft in Berlin.

Leppert: Irgendwas mit Corona-Tests, die man angeblich nicht braucht, wenn man aus Nachbarländern kommt.

Leppert: Sieht man den Knopf im Ohr?

Entschuldigen Sie, liebe Freundinnen und Freunde der Kommunalpolitik, dass wir Ihnen diese Schlagworte um die Ohren hauen. Aber Sie wissen längst, worum es geht, deshalb können wir es abkürzen. Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) hat ein Interview im „Heute Journal“ gegeben. Zuvor gab es ein Vorgespräch mit Moderatorin Marietta Slomka, das ebenfalls aufgezeichnet wurde. Was Feldmann da von sich gab, war teils sehr bizarr und zum Fremdschämen. Aber immerhin wusste Frau Slomka danach, dass sich Feldmann verspätet hatte, weil seine Kinder noch Happy Meals bei McDonald’s essen mussten. Wobei es die ja mit Hamburger, Cheeseburger oder Chicken McNuggets gibt. Da hätte Slomka schon mal nachfragen können, wofür sich die Kinder entschieden haben. Ein mieser Journalismus ist das.

Jedenfalls kam das Video zur denkbar schlechtesten Zeit an die Öffentlichkeit. Als die Junge Union das Filmchen in die sozialen Medien stellte, waren die Römerbriefe schon geschrieben. Nun könnten wir nacherzählen, was andere Medien darüber schon berichtet haben. Da wir aber einen Anspruch auf Exklusivität haben, lesen Sie hier: Wer schafft es von unseren Politikerinnen und Politikern demnächst in die Nachrichtensendungen, und wie laufen die Vorgespräche ab?

Caren Miosga („Tagesthemen“): „Herr Becker, wir müssten zunächst über die Infektionszahlen in Frankfurt sprechen. Die Kurve zeigt ja steil nach oben …“

Bürgermeister Uwe Becker (CDU): „Frau Miosga, meinen Sie das ernst: steil? Ich bin mal ein Hochhaus heruntergelaufen. Das war steil. Und als ich am Boden war, da habe ich die Bernadette Weyland nach Wiesbaden geschickt, weil ich dachte, dann ginge meine Karriere steil, aber …“

Claus Kleber („Heute Journal“): „Herr Wehnemann, ich frage Sie nachher erst mal, ob Ihnen noch etwas einfällt, wie man die Pandemie in Frankfurt wieder unter Kontrolle bringt.“

Stadtverordneter Nico Wehnemann (Die Partei): „Geil, dazu habe ich gerade ein virtuelles Wahlplakat gemacht: Ich fordere das Verbot von Hochzeiten. Ich halte Eheschließungen für gefährlich. Und überhaupt: Was nützt uns eine Ehe, wenn der Ehemann nicht mehr in die Kneipe darf?“

Peter Kloeppel („RTL aktuell“): „Herr Frank, es dauert nicht mehr lange, bis der Impfstoff zugelassen ist …“

Wirtschaftsdezernent Markus Frank (CDU): „Das wird ein guter Tag für Frankfurt. Unsere Krankenhäuser werden … Moment … Herr Feldmann … Herr Feldmann, was soll das? Sie geben mir sofort das Mikrofon zurück. Wir sind hier nicht im Römer, Sie können mir hier nicht den Mund verbieten. Herr Feldmann, der Herr Kloeppel hat mich gefragt, nein, Herr Feldmann, der will nichts über die Geschichte der Frankfurter Messe wissen, Herr Feldmann…“

Claus-Jürgen Göpfert und Georg Leppert berichten für die Frankfurter Rundschau aus dem Römer.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare