Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

176 Menschen haben sich an Heiligabend zur Impfung im Frankfurter Dom angemeldet.
+
176 Menschen haben sich an Heiligabend zur Impfung im Frankfurter Dom angemeldet.

Frankfurt

Impfen mit Gottes Segen und Balkan-Pop im Frankfurter Latino-Club

  • Timur Tinç
    VonTimur Tinç
    schließen

In Frankfurt gibt es viele Impf-Sonderaktionen mit und ohne Anmeldung an verschiedenen Orten. Im Dom gibt es Spekulatius, im Changó Schokoladen-Weihnachtsmänner, Musik und warme Getränke.

Ob in der Straßenbahn, bei der Polizei oder in der B-Ebene der Hauptwache. Die Stadt Frankfurt treibt auch in dieser Woche ihre Impfkampagne voran und bietet neben den Terminen im Impfzentrum zahlreiche Sonderimpfaktionen in der gesamten Stadt an, um die Coronavirus-Pandemie zu bekämpfen. Verimpft wird dabei der Impfstoff von Moderna für alle Menschen über 30 Jahre.

Am Freitag wurde das allererste Mal im Dom geimpft. „Uns war wichtig, dass das Gesundheitsamt das Team stellt und sich um die Anmeldungen kümmert“, sagt Brigitta Sassin vom Referat „Muttersprachliche Gemeinden“. Zwei Teams waren zwischen 8 und 12 Uhr in der Kirche, 176 Menschen hatten sich angemeldet. Eine davon war Patricia Lochmann. „Irgendwie fand ich es passend vor Heiligabend. So ein bisschen mit Gottes Segen“, erklärt die Frankfurterin, warum sie sich gerade diesen Termin ausgewählt hat. Nach dem Piks in den Oberarm gibt es für alle eine Packung Spekulatius. Die katholische Kirche wird auch im Januar weitere Impfaktionen über ihre Familienbildung anbieten. „Wir machen das wohnortnah, mit den Menschen, mit denen wir arbeiten“, sagt Sassin.

Während es in der Kirche traditionell bedächtig zugeht, ist in der Münchener Straße vor dem Latin Palace Changó schon von draußen Latinomusik zu hören. Vor dem Eingang steht ein verkleideter Weihnachtsmann, junge Männer der Kirche Jesu Christi verteilen Tee, Kaffee und Schokolade. Auf der Tanzfläche stehen Helferinnen und Helfer der Tafel, die hier jeden Freitag an Bedürftige Essen verteilen. Und oben im Club impfen zwei Ärzte.

„Wir wollen, dass sich die Leute hier wohlfühlen, im warmen und nicht in einem sterilen Raum sind“, sagt Kerry Reddington, stellvertretender Vorsitzender der Kommunalen Ausländervertretung. Zusammen mit Yanki Pürsün, Fraktionsvorsitzender der FDP im Stadtparlament, und Changó-Inhaber Ferdinand Hartmann organisiert er die Impfaktion an Heiligabend und am Ersten Weihnachtsfeiertag. Auch an Silvester und Neujahr wird von 9 bis 20 Uhr geimpft. Das gibt es sonst nirgendwo in der Stadt.

Boostern mit Balkanpop

„Hierher kommen vor allem ganz viele Menschen zu ihrer Erstimpfung“, freut sich Pürsün. Man habe sich bewusst dazu entschieden, alles ohne Termin zu machen und möglichst viele Helferinnen und Helfer zu haben, die unterschiedliche Sprachen sprechen. Die Anamneseformulare werden ausgefüllt, der QR-Code für das Smartphone ausgedruckt.

„Es war superunkompliziert. Vom Weihnachtsmann bis zur Spritze waren es sieben Minuten. Das war sehr angenehm“, sagt Christian Müller. Das Ambiente habe ihn zwar zunächst abgeschreckt, weil es doch ungewöhnlich sei, sich in einem Club impfen zu lassen. „Im Endeffekt war es aber cool.“ Er hatte seinen Boostershot für das Impfzentrum bereits gebucht, musste ihn aber krankheitsbedingt kurzfristig absagen. Da es nicht so einfach sei, dann sofort einen neuen Termin zu bekommen, habe er sich entschieden, ins Changó zu kommen.

Am Mittag gab es dann sogar Livemusik von Shantel, einem der international populärsten Vertreter des Balkanpop. „Je mehr Menschen geimpft sind, desto früher kann ich auf die Bühne und Konzerte spielen. Für mich ist es auch ein Akt der Solidarität“, sagt der Musiker.

Ein Jahr nach Beginn der Impfkampagne sind in Hessen 10,63 Millionen Spritzen gegen das Coronavirus verabreicht worden. Die erste Spritze war am 27. Dezember 2020 am Frankfurter Universitätsklinikum gesetzt worden.

Die Quote der Erstimpfungen in Hessen lag am Sonntag bei 73,5 Prozent. Die Sieben-Tages-Inzidenz sank auf 169,1 Fälle pro 100 000 Einwohnerinnen und Einwohner. In Frankfurt lag sie am zweiten Weihnachtsfeiertag bei 220,3. Seit Freitag ist Offenbach kein Hotspot mehr. Die Sieben-Tages-Inzidenz lag fünf Tage in Folge unter 350. Damit entfällt die Maskenpflicht und das Alkoholverbot in der Fußgängerzone wieder. mit dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare