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Die Gewässerschau stand unter dem Motto „vom Urselbach zum Amazonas“.

Natur

Gewässerschau im Rahmen des „Wilden Sonntags“ in Frankfurt

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Die Gewässerschau im Rahmen des „Wilden Sonntags“ führt 60 Teilnehmer zu den Niederurseler Bächen. Auch Umweltdezernentin Rosemarie Heilig ist dabei.

Querfeldein und durch Gestrüpp geht es am Sonntagnachmittag, und fast immer am Wasser entlang. Um dem Mühlgraben und dem Urselbach ganz nah zu kommen, müssen sich die Besucher des „Wilden Sonntages“, ganz getreu dem Titel der Veranstaltungsreihe, teilweise durch grüne Wildnis entlang der Bäche schlagen.

Zum letzten von insgesamt sechs Terminen in diesen Sommerferien hat Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) in das Quartier eingeladen, in dem sie groß geworden ist und um festes Schuhwerk der Teilnehmer gebeten. Weil sie im fünften Jahr, in dem sie die Wilden Sonntage zu entlegenen Orten in der Stadt durchführt, als Motto „Wasserleben“ gewählt hat, war klar, dass die Niederurseler Bäche im Vordergrund stehen sollten.

60 Auserwählte, die sich angemeldet haben, schreiten in drei Gruppen vom Treffpunkt an der U-Bahnstation Wiesenau über den Krautgartenweg zunächst ein Stück des Mühlgrabens ab und von dort über die Seibertsgasse zum Urselbach. Auf einer Brücke erklärt Kerstin Trümper von der Wasser- und Bodenschutzbehörde des Umweltamtes Näheres zu dem schmalen Gewässer, das sie als „kiesigen Mittelgebirgsbach“ bezeichnet und das im Hintergrund plätschert. Genauso wie der Mühlgraben sei der Urselbach ganzjährig mit Wasser gefüllt. Beim Mühlgraben seien „Umleitungs-Gerinne wieder ertüchtigt worden“. Beim Urselbach sorge die Oberurseler Kläranlage dafür, dass er immer durch Wasser gespeist werde. Das sei auch im letzten Sommer, trotz langer Trockenheit, so gewesen, beantwortet sie eine entsprechende Frage.

Ute Heimann aus Eschersheim war schon mehrmals bei den Wilden Sonntagen dabei. „Ich bin auch Oberurselerin, wie Frau Heilig“, sagt die 63-Jährige. Trotzdem schreite sie heute Trampelpfade ab, die sie noch gar nicht gekannt habe. Ihre Begleiterin, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte und ebenfalls nicht das erste Mal bei der Veranstaltungsreihe dabei ist, sagt: „Man lernt hier andere Bereiche des Lebensumfeldes kennen.“

Einige Meter weiter, mitten im Ort, aber versteckt unter einem Blätterdach aus Bäumen und Gebüsch, erfahren die Teilnehmer von Trümper, dass die Niederurseler wohl oder übel recht schnell erfahren, wenn im Frühjahr die Schneeschmelze im Taunus, wo der Urselbach entspringt, einsetzt. „Die Welle kommt innerhalb von ein bis zwei Stunden hier an“, sagt Trümper. Auch kleinere „Starkregen-Ereignisse“ reichten aus, um den Bach über die Ufer treten zu lassen. Deshalb seien die Anwohner gefragt, sich mit Hochwasser-Schutz auseinander zu setzen.

Carola Steudel und ihr Partner Frederik Hertter sind stolz auf das Gewässer, das durch ihr Quartier fließt. Deshalb sind sie vor rund einem Jahr auch Bachpaten geworden. Hertter steht auf einem Steg am ehemaligen Wehr der Obermühle. Er sagt: „Das ist ein toller Abschnitt. Bei Hochwasser sieht er aus wie ein Gebirgsbach“. Vorhin habe das Paar zwei Forellen gesehen. Hertter zeigt die Größe mit den Händen: „Tellerportionen“. Obwohl sie die Fische natürlich niemals verspeisen würden. „Wir achten unsere Urselbach-Forellen“, sagt Steudel.

Und weil die Tiere „territorialtreu“ seien, würden sie einzelne Exemplare immer wieder erkennen, etwa an Bisswunden, die ihnen Reiher zugefügt hätten.

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