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Radeln auf Frankfurts Straßen – nicht immer so ein Genuss.

Verkehrswende

Immer mehr Radfahrer in Frankfurt unterwegs

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Die Frankfurter legen rund 20 Prozent ihrer Wege mit dem Rad zurück. Daraus leiten der Verkehrsdezernent und der ADFC eine Umverteilung des Straßenraums ab.

In Frankfurt fahren immer mehr Menschen mit dem Rad. Wie aus der aktuellen Studie „Mobilität in Städten“, durchgeführt von der Technischen Universität Dresden, hervorgeht, legten die Frankfurter zuletzt 19,8 Prozent ihrer Wege mit dem Fahrrad zurück. Das ist ein Anstieg um 58 Prozent gegenüber dem Wert aus der vorherigen Studie (2013: 12,6 Prozent). Die neue Studie wurde 2018 durchgeführt, die Ergebnisse liegen jetzt öffentlich vor. Befragt wurden rund 2000 Frankfurterinnen und Frankfurter.

Die Zunahme beim Radverkehr korrespondiert mit Rückgängen bei den anderen Verkehrsträgern. So sank der sogenannte Modal Split, der den Anteil der Wege pro Verkehrsmittel wiedergibt, beim Auto auf 33,1 Prozent (2013: 35,1 Prozent); im öffentlichen Nahverkehr auf 21,3 Prozent (2013: 22,5 Prozent), beim Zufußgehen auf 25,9 Prozent (vormals: 29,7 Prozent).

Auch wenn das Auto seine Spitzenposition verteidigt habe, zeigte sich Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) erfreut über den Zuwachs beim Radverkehr. „Die extreme Steigerung beim Radverkehr ist bemerkenswert.“ Oesterling leitete daraus eine „Verpflichtung“ ab, den Ausbau der Radwege voranzutreiben, auch auf Kosten des Autoverkehrs. „Bei der Flächenverteilung wird der Radverkehr noch nicht seiner gewachsenen Bedeutung entsprechend bedient“, sagte er. Oesterling verwies auf den Radentscheid-Kompromiss, der den Ausbau von baulich getrennten Radwegen an Hauptstraßen, den Umbau von Kreuzungen und fahrradfreundliche Nebenstraßen vorsieht. Rund 45 Kilometer Radwege sollen bis 2023 entstehen.

ADFC  lobt  Entwicklung

Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne), der bis 2016 das Verkehrsdezernat leitete, sieht die Steigerung des Radverkehrsanteils in dem Zeitraum vor 2018 begründet. „Die Zahlen sind sehr erfreulich. Sie bauen aber vor allem auf der Infrastruktur auf, die während meiner Amtszeit geschaffen worden ist“, sagte er.

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) in Frankfurt lobte die Entwicklung beim Radverkehr. „Eine Steigerung in fünf Jahren von zwölfeinhalb auf zwanzig Prozent, also eine Dynamik von fast sechzig Prozent nach oben – das erreicht keine der anderen Kommunen, die sich an der Erhebung beteiligt haben“, sagte der verkehrspolitische Sprecher, Bertram Giebeler. Nun müsse der Verkehrsraum in der Stadt weiter zugunsten der Radfahrer umverteilt werden, „auch wenn das zwangsläufig die eine oder andere Autofahrspur kosten wird“.

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