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Morgens fahren viel mehr Autos nach Frankfurt rein als raus.

Berufsverkehr

Immer mehr Menschen pendeln nach Frankfurt

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Die Zahl der Menschen, die in Frankfurt arbeiten, aber nicht dort wohnen, ist erneut stark gestiegen.

Die Zahl der Menschen, die in Frankfurt einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nachgehen, aber nicht in der Stadt wohnen, ist erneut stark gestiegen. Genau 376 442 Beschäftigte pendelten nach Zahlen der Agentur für Arbeit zum Stichtag 30. Juni 2018 nach Frankfurt ein. Das sind fast 14 000 mehr als im Jahr zuvor.

Die tatsächliche Zahl der Menschen, die für ihren Beruf nach Frankfurt pendeln, dürfte sogar noch deutlich höher liegen. Beamte und Selbstständige etwa sind in den Zahlen der Arbeitsagentur nicht erfasst.

Fast zwei Drittel der 584 220 Menschen, die in Frankfurt sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind, wohnen der Statistik nach außerhalb der Stadt. Allein im Kreis Offenbach leben 37 250 Menschen, die in Frankfurt arbeiten. Deutlich mehr als 30 000 Menschen kommen aus dem Main-Taunus-Kreis und dem Main-Kinzig-Kreis. In der Nachbarstadt Offenbach wohnen fast 20 000 Menschen, die in Frankfurt arbeiten; aus keiner anderen Stadt pendeln so viele Beschäftigte ein.

Viele Menschen fahren aber den Zahlen nach auch längere Strecken, um zu ihrem Frankfurter Arbeitsplatz zu gelangen. Allein aus Rheinland-Pfalz etwa pendeln gut 25 000 Menschen nach Frankfurt, davon knapp 8700 aus der Landeshauptstadt Mainz.

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Viele Beschäftigte machen sich zudem aus Bayern auf den Weg ins Büro oder die Werkshalle. Von den gut 20 000 Pendlern aus dem Bundesland wohnen mehr als 7000 in Aschaffenburg oder im Landkreis Aschaffenburg. Aus Baden-Württemberg pendeln mehr als 16 000 Menschen ein, davon gut 2500 aus Mannheim.

Auch in anderen Bundesländern aber leben Tausende, die in Frankfurt einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nachgehen. Fast 2900 Menschen fahren etwa von Köln aus zu ihrem Arbeitsplatz, gut 2200 kommen aus Düsseldorf.

Sogar aus dem Ausland pendeln der Statistik nach mehr als 1800 Menschen ein. Ob und wie häufig genau die in Frankfurt Beschäftigten ihre Heimat tatsächlich verlassen, verrät die Statistik allerdings nicht.

Auch wie genau die Beschäftigten pendeln, ist nicht erhoben worden. Etwa 80 Prozent dürften nach früheren Schätzungen aber mit dem Auto nach Frankfurt fahren.

Dass trotz oft weiter Wege so viele Menschen nach Frankfurt einpendeln, aber nur 98 698 Frankfurter in anderen Städten einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nachgehen, hat mit dem seit Jahren steigenden, riesigen Angebot an Arbeitsplätzen zu tun. Der Leiter der Agentur für Arbeit Frankfurt, Karl-Heinz Huth, hält die Beschäftigungssituation in der Stadt für so stabil, „dass auch künftig viele Menschen aus ganz Deutschland hier arbeiten wollen und können“.

Viele der in Frankfurt arbeitenden Menschen können sich das Leben in der Stadt aber auch schlicht nicht (mehr) leisten und nehmen deshalb viel Zeit in der Bahn oder im Auto in Kauf. Bei der Agentur für Arbeit geht man davon aus, dass sich diese Entwicklung sogar noch zuspitzen könnte.

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