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Wer fliegt denn da? Die Opernspiele haben begonnen, am Opernplatz geht’s hoch hinaus.

Kultur

Opernspiele Frankfurt feiern Jubiläum

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Die Opernspiele feiern Jubiläum und wecken das starke Bedürfnis, wieder Kind zu sein.

Erhöhte Obacht, wer sich in diesen Tagen dem Opernplatz von der Taunusanlage her nähert: Passanten laufen unmittelbar Gefahr, sofort wieder fünf Jahre alt sein zu wollen.

Die knallharten Fakten: Als Fünfjähriger könnte man jetzt direkt ein T-Shirt mit der Aufschrift „Kinder-Hafenpolizei“ oder sogar „Kinderfeuerwehr“ ergattern. Man könnte sich ein Flamingo- oder Tintenfisch-Hemdchen batiken. Oder mit der Mini-Eisenbahn fahren – dabei allerdings selbst mit den Ärmchen kurbelnd.

Spektakulär auch die Station, an der sich Kinder einen Turm aus Getränkekisten bauen, so hoch wie möglich, aber beim unvermeidlichen Absturz sicher am Halteseil baumeln. Macht er das gut, der junge Kollege, der gerade klettert? „Macht er gut“, bescheinigt Arjon (9) als Zaungast in der Warteschlange, mit der Hortgruppe aus Griesheim angereist. Worauf kommt’s an beim Getränkekistenturmbau? Arjon: „Dass man bis oben hinkommt.“ Und wo liegt der Hase im Pfeffer, beziehungsweise das Hauptproblem? Arjon: „Man muss das Gleichgewicht halten.“ Ganz klar: In der Disziplin Hochhauskonstruktion wird Frankfurt auch in der nächsten Generation keine Konkurrenz fürchten müssen. Bei diesen jungen Fachleuten.

Bis zum 11. August laden die Opernspiele täglich von 11 bis 19 Uhr zum Opernplatz ein. Ein Großteil der Stationen steht aber in der angrenzenden Taunusanlage – da ist es schattiger.

Finanziert wird das Fest-Duo aus Main- und Opernspielen mit einem städtischen Zuschuss (76 000) Euro und Sponsoren. Gründer Michael Paris wünscht sich für die Zukunft mehr Geld von der Stadt: „Das Spielen mit Kindern ist kein Kinderspiel.“

Seit 25 Jahren gibt es die Opernspiele, direkte Verwandte der Mainspiele, die wie gewohnt bereits in den ersten beiden Ferienwochen am Fluss für Stimmung sorgten, ehe die Karawane zum Opernplatz weiterzog. „Es geht darum, den Kindern Unterhaltung in den Sommerferien zu bieten“, sagt Michael Paris, Vorsitzender des Vereins Abenteuerspielplatz Riederwald, der das ganze Spektakel organisiert.

Paris eröffnet die Spiele am Montag gemeinsam mit Boris Rhein, dem Präsidenten des Hessischen Landtags, der salopp in Turnschuhen erschienen ist. Begründung: „Wir haben noch ein Bobbycar-Rennen offen“, sagt Rhein. Es wäre die Revanche. Das erste Duell vor 15 Jahren habe Paris am Riedberg für sich entschieden, heißt es. Der Titelverteidiger trägt freilich seine eleganten „Partytreter“ (Rhein) an den Füßen, so dass aus dem Rückkampf heute wohl nichts wird.

Faszinierender sind ohnehin die 29 Spielstationen, darunter riesige Kletterbälle, die gerade von Damen beklettert werden, die augenscheinlich bereits seit mindestens 25 Jahren Fünfjährige sind (wir haben gewarnt!), ein kompliziertes Röhrensystem am Marshall-Brunnen, diverse Hüpfburgen (Saltos verboten!), die Rollenrutsche, das Bullenreiten und – aber Moment: Das ist doch Sebastian Rode! Ach nein, es ist Mieke (5) im Trikot von Sebastian Rode, dem Eintracht-Kicker. Trägt sie das Leibchen heute, weil der „Seppl“ just einen neuen Fünfjahresvertrag unterzeichnet hat? Sie verneint, nicht direkt. Das Trikot gehört auch genaugenommen ihrem Bruder Mattis (8), dessen Lieblingsspieler momentan aber Filip Kostic ist.

Mattis’ Eintracht-Tipp für diese Saison: Platz fünf. Was sonst. Seine und Miekes Mama Julia Reindlmeier ist von der Kombination aus Opern- und Mainspielen angetan, schätzt Trampolin und Seifenkisten und ist daher regelmäßige Besucherin mit den Kindern. Wo sind die eigentlich? Aha: Sie haben einen grünen Grashüpfer entdeckt – auf den Schuhen des FR-Reporters. Faszinierend.

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