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Julian Heilmann will Notfallsanitäter werden und war einer von 450 Mitwirkenden bei der Großübung.

Katastrophenübung

„Immer eine neue Herausforderung“

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Julian Heilmann spricht über seine Ausbildung zum Notfallsanitäter und das Besondere bei einer Katastrophenübung.

Julian Heilmann ist 24 Jahre alt und Notfallsanitäterschüler im zweiten Ausbildungsjahr.

Berufswunsch Notfallsanitäter – wie kam es dazu?
Ich habe zuerst ein freiwilliges soziales Jahr bei den Maltesern gemacht. Für mich war die Ausbildung zum Notfallsanitäter der nächste logische Schritt. Es ist immer wieder aufs Neue herausfordernd, nicht zu wissen, wie die Lage ist. Vom ersten Alarm bis zu dem Zeitpunkt, an dem man den Patienten sieht, weiß man einfach nicht, was wirklich los ist. Auch der Gedanke, anderen Menschen zu helfen, ist für mich wichtig.

Was war die größte Herausforderung bei der Katastrophenschutzübung?
Für mich war das die Übung im letzten Jahr. Da bin ich in meinem ersten Lehrjahr ins kalte Wasser geschmissen worden. Ich musste mehr übernehmen, als ich mir zugetraut habe. Es war sehr anstrengend, aber ich habe davon im Berufsalltag profitiert.

Wie reagiert Ihr Umfeld auf die Einsätze?
Da reicht die Bandbreite von „Wow“ bis zu Aussagen wie „Das könnte ich auf keinen Fall.“ Viele Menschen denken, kein Blut sehen zu können. Sie wären erstaunt, wie wenig das eine Rolle spielt. Im Einsatz selbst bin ich zu adrenalingeladen und auf die Abläufe fokussiert, um das Blut wirklich wahrzunehmen. Der Beruf ist wie Fallschirmspringen, man muss es einmal gemacht haben, um zu wissen, ob es passt.

Wie gehen Sie mit belastenden Erlebnissen in den Schichten um?
Im Alltag ist mein Einsatz kein Thema. Wenn ich eine Situation erlebt habe, die mich emotional belastet, dann spreche ich mit anderen Kollegen darüber. Mein Privatleben ist frei davon. Auch Schichtarbeit kann eine Belastung sein, bietet aber unheimliche Freiheiten. Wer hat schon an einem Mittwoch frei?

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