RÖMERBRIEFE

Immer diese AWO

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    Georg Leppert
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Wir wünschen uns etwas mehr Abwechslung in der Fragestunde des Parlaments. Die FR-Glosse aus dem Frankfurter Rathaus.

Leppert: Worum dreht sich die erste Frage?

Göpfert: Natürlich um die Arbeiterwohlfahrt.

Leppert: Und die zweite Frage?

Göpfert: Natürlich um die Arbeiterwohlfahrt.

Ein bisschen eintönig ist das ja schon, liebe Freundinnen und Freunde der Kommunalpolitik. Vielleicht nicht ganz so eintönig wie der Meisterkampf in der Fußball-Bundesliga, bei dem am Ende immer die Bayern gewinnen. Aber wirklich viel Abwechslung bietet die Fragestunde in der Plenarsitzung im Römer heute nicht. So ziemlich alle Fraktionen bitten um Aufklärung in der AWO-Affäre. Und wenn es mal nicht um die AWO geht, dann geht es um die IAA. Sind übrigens beides wichtige Themen, damit wir uns da nicht falsch verstehen. Aber bei der Fragestunde geht es oft ja auch darum, dass Themen behandelt werden, die die Koalition auf dem Rest der Tagesordnung nicht oder nur ungern bespricht. Und eine Vielfalt bei den Fragen ist nun – wie schon im Dezember – nicht gegeben.

Wobei wir an der Stelle mal Nico Wehnemann erwähnen sollten. Der hat folgende Frage angemeldet: „Der Oberbürgermeister hat vorgeschlagen, die Paulskirche als Ort für die Plenarsitzungen des Stadtparlaments zu nutzen. Ich frage den Magistrat: Was ist das denn für eine ,Scheißidee‘, Zitat Peter Altmaier, CDU, Bundesminister für Wirtschaft und Energie?“ Wir sind auf die Antwort, die in diesem Fall schriftlich erfolgen wird, gespannt.

Jedenfalls bitten wir für die Sitzung im Februar um etwas mehr Abwechslung bei den Fragen. Wir haben da auch ein paar Vorschläge:

Ursula auf der Heide (Grüne): „Während wir hier über so Nebensächlichkeiten wie die Paulskirche diskutieren, spielt die Eintracht in Salzburg, und ich kann es nicht sehen. Ich frage den Magistrat: Kann man bei der Festlegung der Sitzungstermine nicht auch mal auf den Spielplan der Eintracht schauen?“

Bäppi La Belle (SPD): „Wenn die Eintracht spielt, müssen wir während der Plenarsitzung zumindest nur die Anwesenheit eines der beiden total unlustigen Römerbrief-Schreiber ertragen. Ich frage den Magistrat: Kann man die Sitzungen nicht immer so legen, dass es zu dieser Terminkollision kommt?“

Martin Kliehm (Linke): „Am Klapperfeld stand lange der Spruch ,Niemand muss Bulle sein‘. Ich frage den Magistrat: Könnte es sein, dass es sich dabei um eine Zeile aus einem Lied der Band Feine Sahne Fischfilet handelt?“

Sebastian Popp (Grüne): „Auch die AfD hat für den heutigen Abend einen Tagesordnungspunkt angemeldet. Ich frage den Magistrat: Ist sichergestellt, dass genügend Schilder mit der Aufschrift ,Respekt! Kein Platz für Rassismus‘ bereit liegen, die hochgehalten werden, wenn Dr. Dr. Rahn spricht?“

Yanki Pürsün (FDP): „In der heutigen Fragestunde wurde das Thema AWO kaum behandelt. Das geht nicht. Allein ich habe in den vergangenen Monaten 47 Papiere dazu geschrieben. Ich frage den Magistrat: Wie lässt sich sicherstellen, dass wir in der März-Sitzung wieder mindestens zweieinhalb Stunden über die AWO reden?“

Claus-Jürgen Göpfert und Georg Leppertberichten für die Frankfurter Rundschau aus dem Römer.

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