AWO Wiesbaden

Imageschaden bei Wiesbadener AWO ist immens

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Trotz der prekären Situation in der AWO-Affäre will die Wiesbadener AWO-Vize-Chefin Elke Wansner nicht hinwerfen. Sie kämpft für die Zukunft des Kreisverbandes.

Für Elke Wansner ist es ein schwerer Gang. „Ich sitze hier heute nicht, weil mir das gut gefällt“, sagt die stellvertretende Vorsitzende der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Wiesbaden gleich zu Beginn ihrer Pressekonferenz. Ihr gehe es darum, alles zu tun, um die Vorwürfe gegen die Wohlfahrtsorganisation zu entkräften.

Die 67-jährige Sozialdemokratin, die von 2004 bis 2007 Vorsitzende der SPD-Fraktion im Wiesbadener Rathaus war, übt denn auch im Emil-Dietz-Saal des Robert-Krekel-Pflegeheims durchaus Selbstkritik. „Ich hätte überall genauer hinschauen müssen“, gibt die ehemalige Kommunalpolitikerin zu. Aber die AWO habe sich „im Erfolg gesonnt“, der Kreisverband sei stetig gewachsen.

Eine Lehre hat sie aus der Affäre schon jetzt gezogen. Ein „Unternehmen“ von der Größenordnung der Wiesbadener Arbeiterwohlfahrt mit 500 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von 28 Millionen Euro könne „nicht allein vom Vorstand kontrolliert werden“. Es brauche für die Zukunft „noch andere Möglichkeiten der Kontrolle“.

AWO-Affäfre: „Ideell ist der Schaden total“

Wansner weiß, wovon sie spricht. Denn sie ist heute als selbstständige Betriebsprüferin und Beraterin gerade im Bereich der Informationstechnologie tätig. Die Vize-Vorsitzende gibt einen Überblick über zahlreiche Prüfungen, die jetzt bei der AWO Wiesbaden in Gang gekommen sind. Seit 1. November ist eine externe Anwältin als „Compliance Officer“ bestellt. Sie soll die Einhaltung von Gesetzen und Regeln kontrollieren und als Ansprechpartner für die Beschäftigten dienen. Fachanwälte überprüfen, ob die in der Kritik stehenden Gehälter der hauptamtlichen Geschäftsführung angemessen waren und sind. Eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft hat die turnusmäßige jährliche Kontrolle der AWO vorgenommen.

Von den Prüfern gab es offenbar schon im Oktober den Hinweis, dass der Wohlfahrtsorganisation sogar der Entzug der Gemeinnützigkeit drohen kann, wenn die Vorwürfe sich erhärten. „Wir wissen selbst noch nicht, ob es dazu kommen könnte“, sagt Elke Wansner. Sie wollte dennoch nicht hinwerfen, das entspreche nicht ihrem Naturell. Eines aber ist ihr klar: „Ideell ist der Schaden total.“

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