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Plötzlich kann es gar nicht schnell genug gehen mit der Wahlrechtsreform.
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So sahen Wahlen vor Corona aus.

Römerbriefe

Im Superwahljahr

  • Sandra Busch
    vonSandra Busch
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  • Georg Leppert
    Georg Leppert
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Unser Politikerinnen und Politiker müssen gut aufpassen: Ein formaler Fehler, und die Wahl wird wiederholt. Die FR-Glosse aus dem Frankfurter Rathaus.

Leppert: Ich gehe auf dem Weg zum Wahllokal ja immer in den Imbiss und esse einen Döner mit Knoblauchsoße.

Busch: Bist du irre? Wenn dein Döner-Geruch das Personal im Wahllokal umhaut, muss die ganze Wahl wiederholt werden.

Leppert: Du musst ganz ruhig sein. Bei der Europawahl bist du mit Gartenschuhen zur Urne gegangen und hast einen Kubikmeter Erde im Wahllokal verteilt.

Busch: Das war grenzwertig, das gebe ich zu.

Ja, liebe Freundinnen und Freunde der Kommunalpolitik, so eine Wahl ist eine sehr ernste Sache. Da muss alles passen, sonst zählt das Ergebnis nicht. In schöner Regelmäßigkeit raunt man ja im Römer, die Kommunalwahl könne angefochten werden, wenn die Herren Feldmann und Josef nicht etwas klarer trennen, ob sie gerade als Sozialdemokraten oder als Vertreter der Stadt Frankfurt agieren. Und wie war jetzt wieder zu lesen: Bei den Freien Wählern gibt es Vorwürfe, die Liste für die Kommunalwahl sei nicht ordnungsgemäß aufgestellt worden. Und, zack, schon steht wieder in einer Pressemitteilung, die Wahl müsse deshalb womöglich wiederholt werden.

Also, es kann einiges passieren, vielleicht wählen wir das ganze Jahr lang. Unser Ausblick …

14. März 2021: Im hygienekonformen Drive-in-Wahllokal gibt es Probleme. Das Fenster, aus dem heraus die Stimmzettel ausgegeben werden, ist für SUV-Fahrzeuge viel zu niedrig. Ein Fahrer kugelt sich die Schulter aus, als er sich nach dem Zettel streckt. Außerdem gibt es ständig Staus, weil junge Leute die Zufahrt blockieren und ein Hamburger-Menü mit Extra-Käse bestellen. Das Wahlergebnis wird annulliert. Nächster Versuch zwei Monate später.

16. Mai 2021: Neue Wahl, neues Glück, denken sich die Grünen. Drei Wochen vor der Wahl stellt ein „Team Realo“ (Marcus Bocklet, Bastian Bergerhoff, Beatrix Baumann) ein neues Wahlprogramm auf. Darin heißt es: „Die Grüne Lunge ist der Stadtwald, alle anderen Grünflächen kann man bebauen, außerdem schließen wir keine Koalition aus, außer denen, die die CDU doof findet.“ Auch eine neue Liste wird gewählt, Maßgabe diesmal: Wer bereits im Römer sitzt, bekommt 25 Stimmen hinzu. Das geht nicht, entscheidet der Wahlleiter, das Ergebnis wird annulliert, die Wahl in zwei Monaten wiederholt.

18. Juli: Wahldezernent Jan Schneider wirbt in einem Video: „Liebe Frankfurter! Obwohl Corona immer noch nicht vollständig besiegt ist, können Sie als Wähler beruhigt sein. Die Wahlhelfer sorgen dafür, dass der Hygieneplan eingehalten wird. Also gehen Sie wählen. Eine hohe Wahlbeteiligung ist wichtig – als Legitimation für unsere Politiker.“ Am Abend der Wahl melden sich fünf Frauen, die sagen, nach Schneiders Ausführungen sei doch klar gewesen, dass nur Männer wählen dürfen. Schneider sagt, er habe keine Zeit zum Gendern gehabt, aber der Wahlleiter entscheidet, dass die Wahl in zwei Monaten wiederholt werden muss.

26. September: Kommunalwahl und Bundestagswahl werden zusammengelegt, und diesmal klappt alles. Markus Frank (CDU) wirkt zwar etwas überfordert, weil er jetzt nicht nur Superdezernent, sondern auch Bundestagabgeordneter ist und ihm Opa Postleb nach einer langen Aussprache auf einer Kaffeefahrt den Titel „Müllsheriff h. c.“ verliehen hat. Aber das ist kein Anfechtungsgrund.

Sandra Busch und Georg Leppert gehören zum Römer-Team der FR, das aus dem Frankfurter Rathaus berichtet.

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