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Im Gänsemarsch in den Frankfurter Zoo

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Von: Thomas Stillbauer

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Immer dem Schnabel nach. Deutsche Pekingenten erobern die Stelzvogelwiese des Zoos.
Immer dem Schnabel nach. Deutsche Pekingenten erobern die Stelzvogelwiese des Zoos. © Zoo Frankfurt

Neues Geflügel am Großen Weiher als Botschafter für Nutztierrassen: 17 Enten und Gänse beziehen Wohngemeinschaften.

Deutsche Pekingente. Wer das liest, hat eventuell die Speisekarte eines asiatischen Restaurants vor dem inneren Auge, aber weit gefehlt: Die Pekingenten, um die es hier geht, sind gesund und munter, ebenso die Pommernenten und Emdener Gänse. Allesamt wohnen sie neuerdings im Frankfurter Zoo, alle zählen sie zu vom Aussterben gefährdeten Tierarten. Wenn auch nicht gar so stark gefährdet wie die Pekingenten im Chinarestaurant.

Aber Spaß beiseite, insgesamt 17 neue Wasservögel hat der Zoo in der vorigen Woche in Empfang genommen, davon zehn Peking-, vier Pommernenten und drei Emdener Gänse. „Sie machen auf bedrohte Nutztierrassen aufmerksam“, teilt der Zoo mit. Das Geflügel ist ab sofort am Großen Weiher und auf der Stelzvogelwiese gegenüber der Giraffenanlage zu sehen.

„Schön, dass nun wieder mehr Leben auf den Großen Weiher zurückkehrt und durch die Auswahl der Arten der Fokus auf bedrohte heimische Nutztierrassen gelegt wird – ein oft wenig beachteter Aspekt“, sagt Ina Hartwig (SPD), die Dezernentin für Kultur und Wissenschaft: Die Pommernente gelte auf der Roten Liste einheimischer Geflügelrassen als gefährdete, Emdener Gans und Deutsche Pekingente als stark gefährdete Arten.

Ungewöhnlich sei der Weg, auf dem die Vögel nach Frankfurt kamen, sagt Zoodirektorin Christina Geiger: „Statt wie üblich aus einem anderen Tierpark, stammen unsere neuen Gänse und Enten von privaten Züchtern.“ Ricarda Athey aus Groß-Umstadt und Johannes Unger aus Fürth-Brombach schenkten die Tiere dem Zoo.

Bei der Vermittlung halfen der Landesverband der Rassegeflügelzüchter Hessen-Nassau, der Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter und die Projektkoordinatorin vom Verband der Zoologischen Gärten.

Alle 17 Neuzugänge gehören übrigens flugunfähigen Rassen an, was für ihren längerfristigen Verbleib im Zoo nicht ganz unwesentlich ist. Pommernenten und Emdener Gänse haben nun eine Wohngemeinschaft mit den Rosapelikanen, die Pekingenten mit den Mandschurenkranichen, einem Chinesischen Muntjak und einem Schopfhirsch. Auf gute Nachbarschaft.

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