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Was ist das? Klingt wie ein Wal. Unter dem Steg? Faszinierte Besucher am Palmengarten-Weiher.
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Was ist das? Klingt wie ein Wal. Unter dem Steg? Faszinierte Besucher am Palmengarten-Weiher.

Stadtgrün und Klangkunst

Im Frankfurter Palmengarten rufen neuerdings auch Wale

  • George Grodensky
    VonGeorge Grodensky
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Im Palmengarten ertönen Klanginstallationen von Lasse Marc-Riek. Fledermäuse rascheln in der Grotte, Pferde galoppieren über die Steppe.

Da hat man das Gewusel der Großstadt gerade hinter sich gelassen, schon ist wieder Remmidemmi. Hufgeklapper mischt sich unter eine penetrante Trillerpfeife und Jubelrufe, ein Sportreporter schreit, man solle doch etwas trinken, damit man auch schwitzen könne. Aber der Kiosk am Spielplatz hat wegen schlechten Wetters geschlossen.

Keine Sorge, die beschriebene Szene ist die Ausnahme. Und außerdem nur eine Klanginstallation. Der Radau kommt aus Lautsprechern an der Steppenanlage des Palmengartens. Er erinnert an die Zeiten, in denen die Frankfurterinnen und Frankfurter im Palmengarten gesportelt haben. Acht solcher Stationen gibt es im Park zu entdecken. Der Sport ist die anstrengendste, die anderen sind angenehmer. Kreiert hat die Installationen der Künstler Lasse-Marc Riek. Der Titel: Transformationen.

Geradezu unheimlich sind die Walgesänge aus dem Weiher, just unter dem Holzbohlensteg. Auch Robben sind zu hören, Delfine, Geräusche, die unter Wasser entstehen, wenn sich eine vereiste Oberfläche ausdehnt. Der Schildkröte scheint es zu gefallen, geradezu andächtig schwebt sie im Wasser in der Nähe der Lautsprecher. Der Mensch eilt weiter zur Grotte.

Jubiläum

Der Palmengarten feiert 150-jähriges Bestehen. Historische Sichtachsen entführen in die Vergangenheit. Durch rote Rahmen können Gäste ins Gelände schauen. Daneben zeigt zum Vergleich ein Schwarz-Weiß-Foto, wie es an der Stelle früher ausgesehen hat. Zu entdecken gibt es auch Klanginstallationen von Lasse-Marc Riek, ein neues Blüten- und Schmetterlingshaus, etliche Konzerte.

Im Herbst eröffnet in der Galerie am Palmenhaus die große Jubiläumsausstellung. Sie nimmt ihre Besucher mit durch 150 Jahre Gartengeschichte, Musik, Sport und mehr. sky

www.palmengarten.de

Die ist wieder zugänglich. Eineinhalb Jahre war sie gesperrt, weil nicht mehr stabil genug für Publikumsverkehr. Nun hat ein Statikprofessor beim Abstützen geholfen. Sanierungsbedürftig ist sie noch, nur fehlen die geschätzten eineinhalb Millionen Euro derzeit im Etat. Zu hören sind übrigens ein unheilvolles Dröhnen und der Flügelschlag der Fledermäuse. Vom Band, nicht in echt.

Die Installationen schärfen tatsächlich die Sinne. Das Ohr ist nun auf Entdeckungsreise eingestellt, überall tauchen spannende Geräusche auf. Ein Eichhörnchen huscht den Baum hinauf, ein Vogel bricht durchs Geäst. In der Ferne rauscht der Verkehr. Kaum zu glauben eigentlich, wie laut so eine Straße ist.

Unfassbar heiß ist sie auch. Also, wenn mal Sommer ist. Spricht für einen Besuch im Palmengarten. Etwa drei Grad sei es dort frischer als auf der benachbarten Zeppelinallee, sagt Palmengartendirektorin Katja Heubach. So ein Garten ist für sie einerseits ein Zufluchtsort vor der Enge der Urbanität, ein Stück Natur und Ursprung. Selbst wenn er künstlich angelegt ist, ermöglicht er doch Momente der Kontemplation.

Andererseits ist das Grün auch Bühne für Pädagogik, für Aufklärung zu Umweltschutz. Auch ein Beitrag zum sozialen Frieden, findet Heubach: „Die Hut-und-Stock-Damen aus dem Westend wandeln hier in friedlicher Koexistenz mit den Studierenden der Goethe-Uni.“ Dazu kommen noch kulturelle Angebote, echte Bühnen, Statuen, Konzerte.

Lasse-Marc Riek treibt es dabei auf die Spitze. Nicht nur beschallt er die Pflanzen, er lässt sie auch zurückklingen. So hat der Künstler einige Blumen, Bäume und Kräuter mit Elektroden versehen. Die übersetzen elektronische Impulse der Pflanzen in Klänge und Tonfolgen.

Im Palmengarten gibt’s immer was zu entdecken. Hier das neue Blüten- und Schmetterlingshaus.

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