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Fünf Menschen sind auf dem Plakat der CDU zu sehen, aber nur einer will ins Stadtparlament.
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Fünf Menschen sind auf dem Plakat der CDU zu sehen, aber nur einer will ins Stadtparlament.

RÖMERBRIEFE

Im Bilde

  • Georg Leppert
    vonGeorg Leppert
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  • Sandra Busch
    Sandra Busch
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Wer auf den Wahlplakaten zu sehen ist, will ins Stadtparlament? Bei weitem nicht. Die FR-Glosse aus dem Frankfurter Rathaus.

Leppert: Wie das wohl ist, wenn man überall in der Stadt sein Gesicht auf Wahlplakaten sieht?

Busch: Probiere es aus. Lass Wahlplakate von dir drucken.

Leppert: Aber ich möchte nicht in die Stadtverordnetenversammlung gewählt werden.

Busch: Das ist völlig egal.

Es ist im Stadtbild nicht zu übersehen, liebe Freundinnen und Freunde der Kommunalpolitik: Es ist Wahlkampf. Überall lächeln Menschen von Plakaten herab, die in Ortsbeiräte oder ins Stadtparlament einziehen wollen. Also, die meisten wollen das. Nicht alle. Da werben auch Menschen um Wahlstimmen, die gar nicht zur Wahl stehen. Oder die den Spitzenplatz auf ihrer Liste haben, aber gar nicht ins Stadtparlament wollen. So wie Planungsdezernent Mike Josef (SPD). Spitzenkandidat, will aber eigentlich lieber Dezernent bleiben. Die CDU schickt gleich alle Magistratsmitglieder auf den Plakaten ins Rennen. Wählen kann sie niemand, sie stehen nicht mal auf der Liste.

Ist natürlich clever, mit bekannten Köpfen zu werben. Aber das geht doch kreativer. Lächelnde Gesichter vor grauem Hintergrund? Ein dreifacher Josef? Wir hätten da ein paar echt bessere Einfälle, wie Magistratsmitglieder, die im Magistrat bleiben wollen, um Stimmen werben können.

Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne), der Mann für die besten Impfzentren. Aber der Titel „Schönstes Impfzentrum Deutschlands“ für die Festhalle ist nicht genug. Deshalb richtet Majer im Messeturm ein Impfzentrum ein, posiert auf dem Plakat vor der grandiosen Aussicht und kann sich der Einrichtung des höchstgelegenen Impfzentrums Europas rühmen. Guter Nebeneffekt: Wenn man die Leute 60 Stockwerke hochlaufen lässt, ist vielleicht auch genügend Impfstoff da, bis sie oben sind.

Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD), der Mann für kostenlose Kinderbetreuung. Er wirbt natürlich mit Kindern auf dem Plakat. Kinder sind immer süß. Er hat Spaß mit ihnen auf der Bowlingbahn, hat gerade einen Strike geworfen, alle zehn Pins liegen kreuz und quer übereinander. Die Kinder jubeln, der OB jubelt. Wer genau hinsieht erkennt: Auf den zehn Pins sind die Köpfe der Magistratsmitglieder abgebildet. Die Mitglieder der SPD liegen alle oben. Da kann ihm nun wirklich niemand vorwerfen, er habe irgendwas nicht kommuniziert.

Kämmerer Uwe Becker (CDU), der Mann, der alles retten kann. Er schiebt auf dem Plakat mit dem kleinen Finger einen Eisberg zur Seite. Dahinter kommt die Titanic angedampft. Sie hat nun freie Fahrt. Kein Schiff sinkt. Alle sind gerettet. Auch Frankfurt, sobald sich der eingefrorene Finger wieder vom Eisberg lösen lässt.

Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD), der Mann für die Verkehrswende. Er geht mit gutem Beispiel voran, macht eine Probefahrt mit einem E-Bike vor der Kulisse des Alten Flugplatzes. Er wird direkt angefahren. Aller Anfang ist schließlich schwer. Ach, Entschuldigung. Wir wollen natürlich keine Ideen klauen. Damit wirbt die SPD ja wirklich. Kommt als Szene im Bildbändchen „Was macht eigentlich die SPD im Römer?“ vor, das sie im Wahlkampf verteilt. Besser können wir es auch nicht machen.

Sandra Busch und Georg Leppert gehören zum Römer-Team der FR, das aus dem Frankfurter Rathaus berichtet. Frühere Römerbriefe gibt es unter www.fr.de/roemerbriefe.

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