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Illegal abgestellter Sperrmüll ist eines der wiederkehrenden Ärgernisse beim Mängelmelder.

Frankfurt

In Frankfurt können Mängel bald per App gemeldet werden

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Die letzten Tests für die mobile Version des städtischen Beschwerdeportals laufen.

Das waren harte Zeiten: Wer sich früher irgendwo beschweren wollte, musste hingehen oder anrufen – und man hatte ja nicht mal ein Telefon dabei. Heute geht das viel schneller, etwa mit dem „Mängelmelder“, dem Bürgerbeteiligungsportal der Stadt. Und künftig soll es noch schneller und komfortabler gehen: mit der zugehörigen Mängelmelder-App für unterwegs.

Eine interne Testversion sei bereits fertig und von Behördenfachleuten ausprobiert worden, berichtete der Magistrat unlängst. Noch im ersten Quartal 2019 soll das Programm für Smartphones und Tablets dann veröffentlicht werden. Wie schnell es letztlich bei den Benutzern ankommt, ist dann Sache der App-Stores.

Mängel melden – wie läuft das eigentlich? Die Bürgerin, der Bürger erkennt einen Mangel, ruft das Programm auf und protokolliert: „An der Ecke Gutzkowstraße/Bodenstedtstraße ist ein großes Loch in der Fahrbahn“ beispielsweise. Oder: „In der Ostparkstraße funktionieren die Gaslaternen Nr. 51, 67 und 74 nicht.“ Oder: „In der Höhe der Straße In der Römerstadt 261 befinden sich in der Mitte der Straße zwei Kanaldeckel, die neuerdings ein lautes Rumpeln verursachen, wenn Autos und Busse darüberfahren.“

Alles Beispiele aus letzter Zeit im Internetprogramm, zu finden unter www.ffm.de. Da kann man auch von unterwegs reinschreiben. Wozu dann noch die App? „Sie ist gegenüber der derzeitigen Variante deutlich optimiert für Smartphones“, sagt Jochen Ditschler vom Bürgeramt, der sich ausgiebig damit beschäftigt.

Meiste Klagen über Müll

„Man kann die GPS-Daten der Stelle übernehmen, die man melden will, ein Foto vor Ort machen oder eines aus der Galerie wählen und alles ,in one go‘ melden.“ Soll heißen: auf einen Rutsch. „Die GPS-Einbindung ist der große Vorteil der App gegenüber der Internetseite“, sagt Ditschler. Viele meldeten inzwischen direkt live von der Straße, was ihnen auffällt, andere bevorzugten aber immer noch die Variante, sich abends daheim an den PC zu setzen, um die Mängel in Ruhe weiterzumelden.

Wie viel läuft da jährlich auf? 2018 kamen insgesamt 3786 Meldungen, berichtet Ditschler. Die Kategorien werden angeführt von den Themen Müll (56 Prozent) und Straßenschäden (23 Prozent), dahinter folgen kaputte Straßenschilder, defekte Ampeln und Straßenbeleuchtung. Künftig gibt es zwei weitere Kategorien: defekte Spielgeräte und Parkbänke, teilte Jan Schneider (CDU) am Montag mit, der für die städtische IT zuständige Dezernent. Seine Kollegin im Magistrat, Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne), lobt den Mängelmelder als unkompliziertes und hilfreiches Instrument für die Leute im Grünflächenamt: „Sie erfahren so direkt von den defekten Spielgeräten und Parkbänken und können schnell die Schäden beseitigen.“

Beginn des Mängelmelders war im April 2014. Seither bildeten sich sogar manche Power-Nutzer heraus, die an einem Wochenende schon mal drei oder vier Mängel eintragen. „Das sind schon eher technik- und kommunikationsaffine Leute“, sagt der Mann vom Amt. Und hebt einen Aspekt hervor: „Der Mängelmelder gibt den Bürgern die Möglichkeit, nicht nur herumzumeckern, sondern etwas zu verbessern.“

Das können sie auch online verfolgen. Üblicherweise erfolgt nach kurzer Zeit die Antwort: „Vielen Dank für den Hinweis, wir haben Ihr Anliegen an die zuständige Stelle weitergeleitet.“ Und wenig später: „Ihre Meldung wurde vom Servicecenter 115 aufgenommen und wird in Kürze bearbeitet.“ Hat der Eintrag den Status „beantwortet“, ist er erledigt. Oft steht dann ein erläuternder Satz dazu im sogenannten Logbuch unter dem jeweiligen Problem. „Das ist aber dem jeweiligen Fachamt überlassen“, sagt Ditschler.

Die Leiterin der Stabsstelle Sauberes Frankfurt, Claudia Gabriel, oft Adressatin der gemeldeten Mängel im Straßenbild, ist gespannt auf die App. Sie gibt aber auch zu bedenken: „Nur weil ich etwas schneller gemeldet habe, ist es noch nicht schneller erledigt.“

Aber immerhin. Wer sich früher beschwert, ist länger erleichtert. Die Adresse: www.ffm.de.

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