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250 Millionen Euro hat das Bauwerk gekostet.

Messe in Frankfurt

Eine Milliarde Euro für Ausbau der Messe

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Die Frankfurter Messe wächst und wächst: der Masterplan der Messe von 1998 bis 2022.

Es ist ein sehr ehrgeiziges Ausbau-Konzept. Vor 20 Jahren verkündete der damalige Chef der Messe Frankfurt, Michael von Zitzewitz, den sogenannten „Masterplan“. Die größte Messegesellschaft der Welt mit eigenem Gelände wollte sich entscheidend vergrößern und modernisieren. Und genau das ist geschehen. Die neue Halle 12, die jetzt vorgestellt wurde, ist nur ein Baustein eines umfassenden Vorhabens. Wenn die letzten Projekte etwa im Jahr 2022 abgeschlossen sind, wird die Messe rund eine Milliarde Euro investiert haben. 

Die letzten Schritte werden von Architekten, Planern, Ingenieuren gerade mit Hochdruck vorbereitet. Wenn am 20. Oktober 2019 die Frankfurter Buchmesse mit dem Gastland Norwegen endet, rücken auf dem Messegelände die Bagger an. Sie werden die Halle 5, ein Relikt aus den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts, komplett abreißen. 

Es entsteht ein neues Gebäude mit dieser Nummer nach dem Entwurf des Frankfurter Architekturbüros Gruber+Kleine-Kraneburg. Sie haben in Frankfurt zum Beispiel den Taunusturm und das Hochhaus der IG Metall verwirklicht. Spätestens am 12. Januar 2021, wenn die Messe Heimtextil beginnt, soll die neue Halle 5 zur Verfügung stehen. 

Immer mehr Kongresse

Begonnen hat das Unternehmen bereits mit der technischen Umrüstung der Halle 6. Bei der Sanierung geht es vor allem darum, den Brandschutz auf den neuesten Stand der Vorschriften zu bringen, die Belüftung zu erneuern und andere technische Anlagen auszutauschen. 
Im letzten Schritt folgt dann die Sanierung des Congress Centers, in dessen Großem Saal stets die Buchmessen eröffnet werden, das aber auch andere wichtige Veranstaltungen beherbergt. Sie werden dann auf andere Standorte der Messe ausweichen müssen. 

Durch den „Masterplan“ ist das Messegelände in zwei Jahrzehnten erheblich gewachsen – parallel zum wirtschaftlichen Wachstum des Unternehmens. 1999 hatte die Messe von der Bahn Teile der Grundstücke des ehemaligen Hauptgüterbahnhofs erworben.

Es entstanden in den nächsten Jahren das Forum-Gebäude (2001) und die Messehalle 3 (2001). Die Halle 3 ist mit 38 000 Quadratmetern auf zwei Ebenen das größte Gebäude auf dem Gelände, es bietet auch 14 Konferenz- und 47 Büroräume sowie zwei Restaurants und zwei Cateringzonen. Das Forum wurde bekannt, weil sich dort der jeweilige Ehrengast der Buchmesse präsentiert. 2005 folgte die Sanierung des denkmalgeschützten Kuppelbaus der Festhalle, die nach wie vor mit ihren bis zu 16 000 Zuschauern als Veranstaltungsort von großer Bedeutung ist. 

Im gleichen Jahr begann auch die Sanierung des Torhauses, in dem unter anderem die Messe-Geschäftsführung untergebracht ist. Sie wurde 2007 abgeschlossen. In diesem Jahr endete auch der Bau des neuen Cargo-Centers. Es bündelte zum ersten Mal sämtliche Logistik-Aktivitäten der Messe – etwa den Auf- und Abbau von Veranstaltungen und deren Versorgung. 2007 eröffnete das Unternehmen außerdem einen Kindergarten. Weitere große Ausbau-Schritte folgten. Seit 2009 steht die Halle 11 zur Verfügung, gleichzeitig wuchs die Via Mobile, das Personentransportsystem mit Laufbändern. Ab 2013 erschloss ein neues Tor Nord das Gelände und entlastete so andere Eingänge. 

Da es eine immer höhere Nachfrage nach Kongressen mittlerer Größe gab, reagierte der Konzern 2014 mit der Eröffnung des Veranstaltungszentrums Kap Europa. Seit 2015 wird die Halle 3 mit einer zusätzlichen Außen-Rolltreppe erschlossen, sie hilft, den Andrang von Besuchermassen zu bewältigen. 2016 erhielt die Halle 8 ein neues Südfoyer. 

Man darf davon ausgehen, dass der Ausbau 2022 nicht endet. Die Messe wird weiter wachsen. 

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