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Quartiersmanager Bernardo Sprung mit Dezernentin Daniela Birkenfeld und Caritasdirektorin Gaby Hagmans (links).  

Unterliederbach

Ideen für die Sieringstraße in Unterliederbach

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Quartiersmanager möchte die Nachbarschaft in Unterliederbach besser vernetzen. Rund 50 Bewohner haben sich an einer Umfrage beteiligt.

Ob der Pavillon etwas mit einem Fußball-Turnier zu tun hat, wollen die beiden Jungs wissen, die am Montagabend am Seniorencafé in der Sieringstraße vorbei laufen. Nein, entgegnet Lisa Gerdom, die den Pavillon mit dem neuen Quartiersmanager des Viertels, Bernardo Sprung, aufgestellt hat. Der Pavillon soll einladen, in das Seniorencafé des Frankfurter Verbands zu kommen. Dort stellen die beiden Mitarbeiter der Caritas an diesem Abend eine Befragung vor.

Ein typischer Generationskonflikt im Viertel. Der Nachwuchs spricht sich vor allem für einen neuen Untergrund auf dem geschotterten Bolzplatz im Emil-Siering-Park aus. Die älteren Bewohner monieren dagegen, die jungen Leute seien zu laut. Rund 50 Bewohner der Siedlung im östlichen Teil Unterliederbachs haben sich an der Befragung beteiligt.

„Kinder ab fünf, sechs Jahren bis Senioren haben mitgemacht“, sagt Bernardo Sprung. Der 40-Jährige ist seit März Quartiersmanager im Viertel. Zwischen Juni und Juli hat er an verschiedenen Stellen in der Siedlung seinen Stehtisch aufgebaut, um die Leute anzusprechen und sich gleichzeitig vorzustellen.

„Im Moment sind nur Kieselsteine als Belag vorhanden und keine Linien“, sagt Sprung über den Bolzplatz. Die Grünanlage mit Spielplatz trägt erst seit rund einem Jahr offiziell den Namen des ehemaligen Höchster und Unterliederbacher Stadtpfarrers Siering. Der Park grenzt direkt an die Seniorenwohnanlage des Frankfurter Verbands. Von „Nutzungskonflikten“ spricht der Quartiersmanager. „Mein Ansatz ist es, die betroffenen Gruppen an einen Tisch zu bringen und zu einem Arbeitskreis einzuladen“, sagt er.

Andere Bewohner drücken Parkplatz-Sorgen. Viele Kinder und Erwachsene wünschen ein Tempolimit für die Sieringstraße. Manch einer ärgert sich auch über wilde Sperrmüll-Haufen. Am wichtigsten scheint den Befragten aber die Vernetzung unter den etwa 1200 Bewohnern der Siedlung zu sein. „Gemeinsame Aktivitäten wie Kochen, Tanzen oder Dia-Vorträge wurden gewünscht“, sagt Sprung. Ein Straßenfest, bei dem „jeder Essen aus seinem Herkunftsland mitbringt“, könne er sich auch vorstellen.

Nachdem das Caritas-Quartiersmanagement zunächst über das Bund-Länder-Förderprogramm „Soziale Stadt“ und später über das Frankfurter Programm „Aktive Nachbarschaft“ rund zwei Jahrzehnte in der benachbarten Siedlung Engelsruhe aktiv war, wurde der Fokus nun etwas südlicher rund um die Sieringstraße gelegt. „Es gibt hier nicht viele Angebote für die Bewohner“, nennt Quartiersmanager Sprung einen Hauptgrund. Auch Vereine seien kaum in der Siedlung aktiv.

„Niedrigschwellig“ will er als Quartiersmanager den Entwicklungen vor Ort entgegen wirken. Sprechstunden wird Sprung weiterhin in beiden Teilen Unterliederbachs anbieten: dienstags von 15 bis 17 Uhr im ersten Stock der Senioren-Wohnanlage an der Sieringstraße 54 sowie freitags, von 10 bis 12 Uhr in der Engelsruhe, am Allemannenweg 88.

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