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Philipp Beisheim zeigt die mobile Bank.

Frankfurt-Höchst

Ideen für die Höchster Innenstadt

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Bald kommen mobile Bänke in die Fußgängerzone. Bürger und Stadtteilmanagement sammeln Vorschläge um die Stadtteilmitte zu beleben. Quartiersmanagement sucht noch Paten.

Das Zentrum soll lebendiger werden. Lebhaft ging es schon am Donnerstagabend in der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde zu. Rund 80 Bürger waren in die Bolongarostraße gekommen, um mit Vertretern des Stadteilmanagements, der Modernisierungsberatung und des Stadtplanungsamtes über das „Förderprogramm Höchster Innenstadt“ zu diskutieren.

Erste Ideen waren bei vorherigen Veranstaltungen zusammen getragen worden, zuletzt bei einer Stadtteilwerkstatt im Sommer. Jürgen Schmitt, vom Stadtteilmanagement, stellte am Donnerstag einzelne Kapitel des Kataloges vor, über die sich Besucher weiter informieren konnten.

Ob in der Bolongaro-, Hostato-, Königsteiner Straße oder am Marktplatz: An vielen Orten im soll sich etwas verändern, sagte Schmitt. Am Marktplatz solle das Parken „anders strukturiert“ werden. Auf der Königsteiner Straße werde eine Verkehrszählung durchgeführt. „Eine komplette Umgestaltung der Kö können wir nicht bezahlen“, so Schmitt. Die müsse aus dem Etat der Stadt finanziert werden.

In der Fußgängerzone würden aber bald die „mobilen Bänke“, mit Rollen an einer Seite, aufgestellt werden, die beim Höchster Designparcours vorgestellt wurden. Um Ruhestörungen zu nächtlicher Stunde zu vermeiden, sollen sie am Abend durch Paten weggerollt werden, etwa in angrenzende Geschäfte.

Eine „digitale Gewerbeflächenbörse“ wollen die Verantwortlichen auf der Internetseite der Stadtteilinitiative „Pro Höchst“ installieren. So soll Leerstand von Ladenflächen reduziert werden. Allerdings gebe es aktuell mehr Suchende, als leerstehende Flächen, sagte Schmitt.

An Stellwänden im Saal und Foyer hingen Plakate mit Notizen und Plänen. Darüber standen Überschriften wie „Öffentlicher Raum und Mobilität“, „Radverkehr“, „Müll und Sauberkeit“ oder „Modernisierung und Gebäudebestand“. An dieser Stellwand ließen sich Beate Schmidt und Berthold Weck als „Besitzer einer Immobilie in der Emmerich-Josef-Straße“ über die Erneuerung von Fassaden beraten.

„An unserer Fassade bröckelt im wahrsten Sinne die Farbe ab“, sagte sie und zeigte Fotos des 1903 gebauten und in die Jahre gekommenen Hauses mit den detailreichen Ornamenten aus der Gründerzeit. Es sei eine „runtergekommene Gegend“, sagte Weck.

Stadtplaner und Modernisierungsberater Frank Ammon machte dem Paar Hoffnung, Unterstützung zu erhalten. „Bei dem Fünfjahresprogramm ist viel möglich“, sagte er. Obwohl sich die Förderung eigentlich auf Ladenfassaden beschränke, könnten Schmidt und Weck mit ihrer Wohnung im Obergeschoss von einer Gesamtplanung profitieren, die das gesamte Haus miteinbezieht. Im Erdgeschoss sind aktuell ein Frisör und eine PC-Reparatur untergebracht.

Vor der Stellwand zu Müll und Sauberkeit im Viertel diskutierten Ada-Maria Mathé mit den Designerinnen Daniela Reinheimer und Lisa Pohl. Mathé sagte: „Ich finde Höchst so schön“. Doch es sei zu dreckig. Die drei Frauen überlegten, ob Aufklärung in der Schule helfen könnte, um auf „breiter Basis ein Bewusstsein“ zu schaffen. Pohl und Reinheimer würden daneben gerne „knallbunte Mülleimer“ aufstellen.

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