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Greenpeace-Aktivisten demonstrieren auf der IAA.

Frankfurt

Klimaschützer sagen Auftritte bei IAA ab

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„Fridays for Future“-Aktivistinnen und SPDler sagen ihre Auftritte auf der IAA ab. OB Feldmann appelliert an Demonstranten, friedlich zu bleiben.

Es ist ein Rückschlag im gerade begonnenen Dialog zwischen Klimaschützern und Autoindustrie. Die Bewegung Fridays for Future hat ihren für den heutigen Samstag geplanten Auftritt auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) abgesagt.

Die Aktivistinnen Carla Reemtsma und Kira Geadah begründeten ihre Absage damit, dass „keine tatsächliche Gesprächsbereitschaft“ seitens des Verbandes der Deutschen Automobilindustrie (VDA) bestehe. Dies zeige sich dadurch, dass der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) bei der IAA-Eröffnung nicht habe reden können. Das Idealbild der Automobilindustrie blieben schnellere, größere und vor allem immer mehr Autos. Das lasse tatsächlich keinen Platz für eine klimagerechte Zukunft.

Auch der Umweltarbeitskreis in der SPD-Bundestagsfraktion sagte einen Auftritt bei der IAA am kommenden Mittwoch ab. „Die Automobilindustrie hat nichts begriffen“, sagte die Frankfurter SPD-Bundestagsabgeordnete Ulli Nissen.

Oberbürgermeister Feldmann appelliert an IAA-Demonstranten

OB Feldmann appellierte an die Klimaaktivisten, bei dem am Samstag (14.9.) geplanten Massenprotest friedlich zu bleiben. Gewalt in allen Erscheinungsformen „lehnen wir ab“, so der SPD-Politiker. Er fügte hinzu: „Begreifen wir den Einsatz vor allem auch vieler junger Menschen gegen den Klimawandel nicht als Bedrohung, sondern tatsächlich als große Chance.“ Feldmann sagte, er sei den Protestierenden „dankbar“. Ihnen gehe es nicht vorrangig um das eigene Wohl, sondern um „eine gute Zukunft für uns alle“. Der OB dankte auch den Einsatzkräften von Feuerwehr und Polizei sowie Tausenden von Helfern rund um die IAA.

Die Stadt Frankfurt will kämpfen, um die Internationale Automobilausstellung (IAA) am Main zu halten. Wirtschaftsdezernent Markus Frank (CDU) möchte ein Angebotspaket für die Autoindustrie schnüren. Ihm schwebt vor, dass Frankfurt modellhaft für Deutschland den Dialog zwischen Klimaschützern und Autoindustrie inszeniert.

„IAA muss sich weiterentwickeln“

Dazu müsse die IAA ihren Charakter verändern und das Frankfurter Messegelände verlassen. „Wir könnten auf die Plätze der Stadt gehen, sie als Raum für Veranstaltungen zur Verfügung stellen“, sagte der CDU-Politiker im Gespräch mit der FR. Messe-Sprecher Markus Quint kündigte weitere Gespräche von Wolfgang Marzin, dem Vorsitzenden der Messe-Geschäftsführung, und Geschäftsführer Uwe Behm mit dem Verband der Automobilindustrie (VDA) an. „Wir werden alles tun, was in unserer Macht steht, um den VDA zu unterstützen“, so Quint. Der Messe-Sprecher sagte aber auch deutlich: „Die IAA muss sich weiterentwickeln und auf die gesellschaftlichen Veränderungen reagieren.“

Für die Frankfurter Messegesellschaft ist die IAA mit ihren 800 000 Besuchern die mit Abstand wichtigste Veranstaltung. Sie an eine andere Stadt zu verlieren, käme für die Messe einer Katastrophe gleich. Nach der jüngsten Untersuchung der Messegesellschaft gerieren die Veranstaltungen auf dem Frankfurter Messegelände einen jährlichen Gesamtumsatz von 3,6 Milliarden Euro in anderen Branchen. An diesem „sozioökonomischen Effekt“ ist die IAA alle zwei Jahre stark beteiligt.

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