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Demonstranten blockieren den Eingang zur Messe.

Blockade

Hunderte blockieren IAA-Eingänge

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Mehrere hundert Klima- und Umweltaktivisten haben am Sonntag stundenlang mehrere Eingänge zur IAA auf dem Frankfurter Messegelände blockiert. Die Messebesucher mussten Umwege und längere Schlangen in Kauf nehmen.

Als die ersten Messebesucher am Sonntagmorgen kurz vor 9 Uhr Richtung Messe-Haupteingang laufen, ist der Weg in die Hallen der Internationale Automobil-Ausstellung (IAA) längst blockiert. Dutzende Polizisten haben sich bereits hinter Absperrungen postiert. Vor ihnen haben Demonstranten Platz genommen, die für eine radikale Verkehrswende – weg vom Auto, hin zu Bahn-, Rad- und Fußverkehr – werben. „Brecht die Macht der Autokonzerne“, skandieren die zunächst etwa 300 mehrheitlich jungen Menschen immer wieder, die den Zugang zur IAA blockieren. Oder auch: „Klimaschutz ist das neue Haben-wollen.“

Bald meldet das Aktionsbündnis „Sand im Getriebe“, zu dem sich etwa Attac, Climate Justice, Gruppen von „Ende Gelände“ und Extinction Rebellion zusammengeschlossen haben, dass auch der Eingang am Portalhaus, auf der anderen Seite des Messegeländes, blockiert ist. Einige Besucher schimpfen, ein Mann mit Rollkoffer läuft stur auf die Menschen zu, die den Weg zwischen dem U-Bahn-Ausgang und dem Eingangsgebäude versperren, steigt über sie drüber. Die Mehrheit aber nimmt es ziemlich gelassen. Einige lassen sich auf Diskussion über die Rolle des Autoverkehrs auf die Erderwärmung und eine alternative Verkehrspolitik ein. Die meisten aber suchen rasch nach anderen Wegen, um trotzdem auf das Messegelände zu gelangen. Besonders schwierig ist das nicht. Allein auf der Straße vor dem Haupteingang hat die Messe rasch drei Beschäftigte postiert, die den Besuchern erklären, welche Eingänge weiterhin offen sind. Und die laufen dann zum Beispiel Richtung Skyline Plaza los. Dort bilden sich allerdings schnell längere Schlangen. Und später wird es auch dort kurzzeitig eine Blockade geben.

Radfahrer stützen Protest

Die Stimmung ist zunächst friedlich. Nur selten droht sie kurz zu kippen. Etwa wenn wieder ein Besucher die Blockaden durchbrechen will und Polizisten hinrennen. „Wir sind friedlich. Was seid ihr?“, rufen die Demonstranten.

Jubel gibt es immer wieder, sobald einige Dutzend Radfahrer, die für eine Verkehrswende protestierend das Messegelände umkreisen, am Haupteingang vorbeifahren. Gegen Viertel vor elf Uhr zieht ein kleinerer Demonstrationszug zu Fuß vorbei.

Eine Polizeisprecherin berichtet gegen Mittag, alles sei „im Großen und Ganzen bislang friedlich“. Am Eingang City sei es allerdings kurz zu Auseinandersetzungen gekommen. Zwei Polizisten seien leicht verletzt worden. Später löst die Polizei zudem an der Kölner Straße eine Blockade auf, kesselt, wie Beobachter berichten, kurzzeitig Demonstrierende ein. Gegen 15 Uhr beendet das Bündnis nach und nach die Blockaden, ruft zu einer Spontandemonstration auf. Es zeigt sich in einer Mitteilung sehr zufrieden mit dem Ablauf der Aktion. „Die Messe ist gesungen“, heißt es. Eine IAA in dieser Form werde es nicht mehr geben.

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