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Präsentation der ersten „Gum Wall“ auf der Zeil. 

Sauberkeit

Mit Humor gegen den Kaugummischmutz in Frankfurt

„Gum Walls“ sollen zu einer sauberen Innenstadt beitragen / Positive Erfahrungen in anderen Städten.

In einen Kaugummi sind die meisten schon einmal getreten. Das lästige Säubern der Schuhe danach ist ebenfalls bekannt. Kaugummiverschmutzung ist allerdings nicht bloß für den Einzelnen ein Problem, sondern auch für die Allgemeinheit, die Umwelt und das Reinigungspersonal.

Der Frankfurter Entsorgungsbetrieb FES führt in jedem Jahr fünfmal eine Grundreinigung der Zeil durch. Die Reinigung dauert jedes Mal knapp 14 Tage, benötigt zahlreiche Arbeitskräfte, spezielles Werkzeug wie Heißdampfgeräte und verbraucht Wasser. Kostenpunkt dieser fünf Reinigungen: 100 000 Euro pro Jahr.

Festgetretene Kaugummis sind ein besonders hartnäckiges Ärgernis für die Reinigungskräfte. Michael Werner, FES-Stabsstellenleiter, sagt, dass es mehrere Sekunden dauert, einen Kaugummi zu entfernen, da die Beseitigung in Einzelarbeit erfolgen muss. Um den Reinigungskräften diesen Aufwand zu erleichtern und Passanten die ärgerliche Erfahrung, in ein Kaugummi zu treten, zu ersparen gibt es seit Dienstag sogenannte Gum Walls (zu Deutsch: Gummi-Wände) auf der Frankfurter Zeil.

Gum Walls sind Papierwände, die dafür gedacht sind, einen Kaugummi auf sie zu kleben. Die Wände sind in grünen Kästen aufgehängt, direkt darunter ist ein kleiner Müllbehälter; sollte mal einer der Kaugummis nicht an der Wand halten, fällt er in den Behälter. Initiiert wurde das Projekt von der Stabsstelle Sauberes Frankfurt und dem FES.

Die Gum Walls gibt es mit unterschiedlichen Motiven, so sind manche mit Smileys, andere mit der Frage „Wer wird deutscher Fußballmeister? FC Bayern München oder Borussia Dortmund?“ bedruckt. So möchte man „auf humorvolle Weise dazu animieren, Kaugummi auf die Papierwand zu kleben“, erläutert Dagmar Schöne von der Stabsstelle Sauberes Frankfurt bei der Vorstellung der ersten Gum Wall am Dienstagvormittag auf der Zeil.

Michael Werner erklärt, dass „Orte, an denen sich Personen länger aufhalten, tendenziell problematisch“ in Bezug auf Kaugummiverschmutzung seien. Deshalb nennt er den Frankfurter Hauptbahnhof als Beispiel für einen weiteren Ort, an dem sich der Einsatz von Gum Walls ebenfalls lohnen könnte.

Frankfurt ist nicht die erste Stadt mit Gum Walls. Klaus Götz, Erfinder der Wände, sagt, dass es bereits mehrere Tausend in Deutschland gibt. Laut Götz sinkt die Zahl der auf den Boden gespuckten Kaugummis rund um die Gum Walls um knapp 60 Prozent. Auf der Zeil erhofft man sich nun einen ähnlichen Erfolg.

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