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Hürden bei der Verkehrswende

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Ein Hürdenlauf veranschaulicht den Weg in die Zukunft.
Ein Hürdenlauf veranschaulicht den Weg in die Zukunft. © Oeser

Mit einer Aktion am Mainkai fordert ein Bündnis schnelleres Handeln von der Koalition im Frankfurter Römer.

Grüne, SPD, FDP und Volt laufen der Zukunft hinterher. So zumindest stellen es Aktivistinnen und Aktivisten vom Bündnis Verkehrswende am Samstagnachmittag am Mainkai dar. Zwischen Leonhardskirche und Eisernem Steg haben sie einige Hürden aufgestellt, die die Römer-Koalition im Zuge der Verkehrswende in Frankfurt überwinden muss. „Fußverkehrskonzept“ und „Weniger Parkraum“ steht auf den Aufstellern, aber auch Forderungen wie „Tempo 30 – Verkehrsberuhigung“ und „Autobahnbau stoppen“.

„Die neue Römer-Koalition hat klare Aussagen getroffen, aber diese bisher noch nicht realisiert“, sagt Dirk Friedrich, Sprecher des Bündnisses. „Es wurde lange diskutiert und sich ausgetauscht. Jetzt muss sich die Koalition mal einen Ruck geben.“ Mit der Protestaktion solle ein bisschen Spaß in die ernsthafte Situation gebracht werden.

„Wir wollen hiermit noch mal plakativ zeigen, dass mehr notwendig ist, um die Verkehrswende durchzuführen“, sagt Mathias Biemann, der den Hürdenlauf moderiert. Neben ihm warten vier Männer in verschiedenfarbigen Ganzkörperanzügen auf den Start. Sie stellen die vier Parteien der Frankfurter Koalition dar. Ein fünfter soll die Zukunft symbolisieren.

Als Biemann das Signal zum Start gibt, rennt „die Zukunft“ an den anderen vorbei und springt problemlos über alle Hürden. Die vier Parteien tun sich dabei etwas schwer. Sie diskutieren viel, verbiegen Hürden oder kriechen unter ihnen hindurch. Am Ende erreichen sie aber – wenn auch mit Verspätung – doch noch das Ziel. „Mit der Zukunft konnten sie noch nicht standhalten“, sagt Biemann. „Dazu hätten sie die Hürden entschlossener überwinden müssen.“

Im Anschluss fragt er bei den Wettläufern nach den Gründen für das schlechte Rennen. Diese reagieren mit Ausreden. Gelb betont die Sorge um die Wirtschaft und Grün bittet um mehr Geduld: „Wir laufen auch erst seit gut 150 Tagen gemeinsam in dieser Disziplin. Lassen Sie uns noch etwas Zeit und Sie werden sehen, es geht schneller.“

Unbeeindruckt von den Antworten spricht Biemann daraufhin über die Defizite in der Frankfurter Verkehrspolitik und die einzelnen Hindernisse, die die vier Läufer ausgebremst haben.

Unter anderem kritisiert er den Ausbau der Autobahnen um Frankfurt herum. ÖPNV-Preise für Pendler:innen stiegen, während das Anwohnerparken nur acht Cent am Tag koste. All das begünstige, dass mehr Autos in die Stadt kämen. „Tausende Stadtbewohner:innen leiden durch den Lärm und die enormen Schadstoffmengen in der Luft“, so Biemann.

Um effizient gegen den Klimawandel vorzugehen, sei Mut zum Wandel erforderlich. Das Bündnis sei deshalb bereit, die Koalition auf ihrem Weg zur Verkehrswende konstruktiv zu begleiten.

In einem Jahr wollen sie einen zweiten Hürdenlauf durchführen, um zu sehen, was sich bis dahin getan hat. „Auch wenn die Zukunft heute noch unerreichbar vor den Koalitionären lag, hoffen wir auf eine Formsteigerung.“ (Kiki Bruder)

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