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Neue Hotels in Frankfurt versuchen sich der Stadt zu öffnen. Mit großen Dachterrassen oder Ausblicken wie diesem. Foto: Peter Jülich.
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Neue Hotels in Frankfurt versuchen sich der Stadt zu öffnen. Mit großen Dachterrassen oder Ausblicken wie diesem.

Hotels

Frankfurt: Noch mehr neue Hotels entstehen - doch es fehlt an Personal und Gästen

  • Oliver Teutsch
    VonOliver Teutsch
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In Frankfurt entstehen immer weitere Hotels, doch das Personal ist knapp und die Geschäftsreisenden fehlen in der Stadt mit Flughafen und Messen.

Frankfurt am Main - Die Hotellandschaft in Frankfurt steht vor einem Wandel. Der zunehmende Konkurrenzdruck erfordert immer neue Konzepte. Obwohl die Branche seit Beginn der Corona-Pandemie in den Seilen hängt, entsteht mit fast jedem neuen Bauprojekt in der Stadt ein weiteres Hotel. Thomas Feda, der umtriebige Tourismusmanager der Stadt, führt bei seiner Tourismus- und Congress GmbH (TCF) eine interne Liste mit neuen Hotels, die in Frankfurt und dem nahen Umland in den kommenden Jahren entstehen sollen. Die Liste weist 29 Häuser mit knapp 7000 Zimmern aus. Doch selbst die TCF hat nicht den kompletten Überblick. So fehlt auf der Liste ein Hotel mit 282 Zimmern, das bis Ende 2025 im Allerheiligenviertel entstehen soll.

Aus aktueller Sicht ergeben die vielen neuen Hotels keinen Sinn. Julius Wagner, Hauptgeschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) Hessen, kann sich die Aktivitäten nur so erklären: „Dieses Bauen ist ein Hoffen auf eine positive Zukunft.“ Denn vor der Pandemie seien Hotels für Investoren häufig Renditeträger gewesen. Doch schon jetzt steht Frankfurt bei der Hotelkapazität im Vergleich zu anderen Großstädten ziemlich weit vorn.

Frankfurt: Auslastungsquote der Hotels liegt bei nur 22 Prozent

Damit ein Hotel rentabel ist, braucht es laut Wagner eine Auslastungsquote von mehr als 60 Prozent. „Das war auch schon vor der Pandemie eine Herausforderung“, so Wagner. Im diesjährigen Jahresmittel lag die Auslastungsquote der 226 Frankfurter Hotels bei 22 Prozent. Feda erinnert an die Zeit vor der Pandemie: „Bis 2019 ging es uns gut, da hat das schon gepasst mit Angebot und Nachfrage.“ 2019, dem bislang erfolgreichsten Jahr Frankfurts als Hotelstadt, wurden 10,8 Millionen Übernachtungen registriert. „Wenn wir Glück haben, schaffen wir dieses Jahr 3,5 Millionen“, so Feda. Frankfurt war schon immer geschäftsreiselastig, doch genau diese Klientel fehlt bislang und wird in diesem Umfang vermutlich nicht wiederkommen.

Frankfurter Hotelmarkt gut aufgestellt

Gefragt sind daher Beherbergungsbetriebe, die den Spagat zwischen Geschäfts- und Freizeitreisenden schaffen. Feda ist da nicht bange. „Unser Hotelmarkt ist gut aufgestellt.“ Der Tourismusmanager schwärmt regelrecht von einigen neuen Projekten. Es sind fast alles Ketten, die mit innovativen Konzepten den Schritt in den umkämpften Frankfurter Markt wagen. Wie etwa das Niu coin im Ostend, das neben einem minimalistischen Design auf den Zimmern Extras wie USB-Ports, invisible Soundsystem und Mediathek bietet und vor allem junge Menschen ansprechen will.

Es wird zu einer Marktbereinigung kommen

Thomas Feda, Tourismusmanager Frankfurt am Main 

Oder das Ruby Louisa in der Neuen Rothofstraße, das eine „zeitgemäße, bezahlbare Form des Luxus für moderne, kosten- und stilbewusste Kunden“ verspricht und mit einer 400 Quadratmeter großen Dachterrasse lockt. „Das Konzept passt und ist eine Gegenbewegung zum Fünf-Sterne-Luxus“, lobt Feda. Ebenso positiv sieht er das Melia-Hotel in der Senckenberganlage, das tolle Ausblicke auf Skyline, Messe und Westend bietet. „Das ist ein ideales Match zwischen Hotel und Stadt“, findet Feda.

Frankfurt: Warnung an Investoren

Allerdings zählt das Melia zum sogenannten Vier-Sterne-plus-Level und von diesen Hotels gibt es schon sehr viele in der Stadt; und auch die Liste der neuen Hotelprojekte weist viel „First Class“ und „Luxury“ aus. „Es wird zu einer Marktbereinigung kommen“, glaubt Feda, der aber keines der neuen Hotels missen möchte: „Es braucht die Vielfalt, um wieder wachsen zu können.“ Wagner von der Dehoga sieht es „durchaus kritisch“, dass es in der Innenstadt fast nur noch Vier- und Fünf-Sterne-Hotels gebe. „Wir müssen immer mahnen, bei der Entwicklung der Quartiere auch an ein und zwei Sterne zu denken.“ Wagner ist sich sicher: „Der ein oder andere Investor wird sich verkalkulieren.“ Doch Wagner und Feda versuchen beide optimistisch zu sein, auch wenn sie sich nicht ganz einig sind, wie schnell die Erholung kommen wird. Wagner rechnet 2022 mit einem „Aufbaujahr“ und 2023 mit einem Niveau wie 2019. Feda fürchtet, dass das Niveau vor der Pandemie nicht vor 2025 erreicht werden wird. (Oliver Teutsch)

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