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Unerhört niedlich: das junge Okapi, vermutlich ein Mädchen.
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Unerhört niedlich: das junge Okapi, vermutlich ein Mädchen.

Nachwuchs im Zoo Frankfurt

Horch mal, kleines Okapi aus Frankfurt

  • Thomas Stillbauer
    vonThomas Stillbauer
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Nachwuchs mit beachtlichen Lauschern im Zoo. Das Jungtier erfüllt eine wichtige Aufgabe als Botschafterin einer bedrohten Tierart.

Manche Tiere haben Ohren. In anderen, seltenen Fällen ist es eher so, dass Ohren Tiere haben. Mit einem solchen Fall haben wir es ganz offensichtlich beim jüngsten Bewohner des Frankfurter Zoos zu tun – oder wahrscheinlicher: bei der jüngsten Bewohnerin. Die Fellzeichnung lege nämlich den Verdacht nahe, dass es sich um ein weibliches Jungtier handle, teilen die Fachleute mit. Also die Fellzeichnung an dem verbliebenen kleinen Teil des Körpers, der nicht zu den Ohren zählt.

Das hübsche Wesen, am 10. Dezember geboren als Spross von Antonia und Ahadi (beide 17), zählt zur neusten Generation in der langen Ahnenreihe der Frankfurter Okapis. Genauere Erkenntnisse über das Geschlecht liegen noch nicht vor, was diesmal weniger an den überdimensionierten Ohren liegt, sondern vielmehr daran, dass sich das Jungtier noch nicht sehr häufig aus seinem Versteck hinter einem Laubvorhang traut. Deshalb hat es auch noch keinen Namen. Und aus demselben Grund müssen Tierfreundinnen und -freunde auch nicht traurig darüber sein, dass sie dem Zoo noch eine Weile fernbleiben müssen. Sie würden das kleine Ohrenwesen sowieso kaum zu Gesicht bekommen.

Seit 1954 gibt es Okapis im Frankfurter Zoo, so lang wie nirgendwo anders in Deutschland. Auch das erste Junge der Republik kam 1960 hier zur Welt – und seither gab es insgesamt 25 Mal Kindersegen. Die Tierart wurde überhaupt erst im vorigen Jahrhundert entdeckt, erinnert die für den Zoo zuständige Kultur- und Wissenschaftsdezernentin Ina Hartwig (SPD). Der Bulle Padolo war ein richtiger Star – und ist es immer noch. Als er 2008 starb, ließen ihn die Senckenberg-Präparator:innen wieder auferstehen.

Wenn das nur mit der gesamten Population auch so funktionieren würde. Okapis sind sehr selten geworden. In Freiheit leben noch wenige Tausend, in europäischen Zoos nur 77 der Tiere. Zoodirektor Miguel Casares lobt daher das Engagement der weltweit tätigen Zoologischen Gesellschaft Frankfurt, die unter anderem ein Schutzprogramm in der Demokratischen Republik Kongo betreibt, der Heimat der Okapis.

Stadträtin Hartwig ist zuversichtlich, dass die Tierart künftig prominenter im Frankfurter Zoo zu sehen sein wird, denn das Sanierungs- und Umbauprogramm „Zookunft2030+“ soll auch einen Kongo-Regenwald in einer großen Afrika-Halle bringen, für Okapis und andere Tiere der Region, etwa die Verwandten mit den langen Hälsen. Auch Okapis zählen zu den Giraffen, nur dass die Natur bei ihnen nicht so großen Wert auf den Hals legte. Man nennt sie daher auch Kurzhals- oder Waldgiraffe, wobei letztere Bezeichnung sicher ein wenig charmanter klingt. Fraglich bleibt auch 119 Jahre nach ihrer Entdeckung, warum sie nicht einfach Ohrengiraffe heißen.

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