Kinderbetreuung

Homeoffice mit Kindern: Zwischen Mathe, Mittagessen und Meldungen

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Homeoffice mit Grundschülerin fördert ungeahnte häusliche Multitaskingkompetenzen. Ein Blick über die Schulter eines FR-Journalisten.

Schriftliches Multiplizieren zwischen Corona-Presseerklärungen aus Landratsämtern und Rathäusern, Nominativ, Genitiv, Dativ und Akkusativ zwischen Polizeimeldungen und Veranstaltungsabsagen; Mittagessen kochen, dabei Englischvokabeln abhören, während gerade die aktuellen Infektionszahlen hereinkommen und gleichzeitig der Kollege telefonisch ein Thema für die nächste Ausgabe erfragt: Multitasking in Zeiten der Corona-Pandemie.

Telefonkonferenz mit Kind

Das ist Homeschooling im Homeoffice im kleinen Arbeitszimmer unterm Dach am Laptop, wo trotz Ausnahmezustand eine gute Zeitung entstehen soll.

Gefühlt alle 20 Minuten schallt es von unten: „Papaaaaa? Kommste maaal? Hilfste mir maaal? Ich kapier‘ das nicht!“ Wieder nach unten gehen, wieder Luisa (9) irgendwie auf die Sprünge helfen. Mal Sachkunde, mal Mathe, mal Deutsch. Obwohl eigentlich gleich die Telefonkonferenz mit den Kolleginnen und Kollegen ansteht, versucht man, sich an die elementaren Regeln des händischen Dividierens zu erinnern. Wie ging das noch? Ach so, es muss ja auch wieder Büchernachschub für den „Klapperschlange“-Lesewettbewerb bei der Lehrerin in der Nachbarschaft zu Hause abgeholt werden, die den Wettbewerb und die Schulbücherei betreut. Und Luisa liest schnell. Die Übergabe der Literatur erfolgt unter Mundschutz und mit Abstand über das Gartentor. Die zur Auswahl stehenden Bücher breitet Frau Schröder immer auf ihrer Veranda aus.

Irgendwie funktioniert’s

Die Klassenlehrerin schickt derweil Lernvideos per Whatsapp, Mama druckt täglich Arbeitsblätter aus. Das Kind ist diszipliniert, steht aber unter Druck. Die weiterführende Schule steht an. Da liegen die Nerven auch mal blank. Dann geht nichts mehr. „Ich schaff‘ das nicht. Ich kann das nicht. Ich hab‘ Kopfweh!“ Zwecks Erhalt des Kindeswohls muss man dann eben zwischendrin auch mal Federball spielen oder eine kleine Radtour machen. Irgendwie funktioniert’s dann wieder. Auch mit der virtuellen Gesangsstunde, Face-to-Face mit der Gesangslehrerin am Laptop einmal die Woche. Und auch mit der Geigenlehrerin. Fragt sich nur, wie lange noch.

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