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Auch das Kettenkarussell kam bei den Besuchern des Schlossfestes gut an.

Schlossfest

Hohe Sprünge beim Höchster Schlossfest - Feuerwerk am Montag

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Auf dem Schlossfest kommen Gourmets genauso auf ihre Kosten wie Kinder. Am Montag endet die Veranstaltung mit einem Feuerwerk.

Von der Terrasse des alten Höchster Schlosses hat man einen guten Blick auf den darunter liegenden Rummel. Entlang der Buden, die sich wie eine Perlenschnur entlang des Mainufers aufreihen, sind einige Menschen unterwegs. Zu voll ist es aber nicht an diesem Samstagnachmittag auf dem Schlossfest. Der Freefall-Tower überragt die Terrasse nur knapp, gekreischt wird trotzdem. „Wie sieht es aus, wollt ihr noch ein bisschen?“, fragt ein Mitarbeiter über die Lautsprecher.

Auf der Terrasse steht ein sechsköpfiger „sogenannter lustiger Haufen“ (Eigenbezeichnung) beisammen, der auf jeden Fall noch ein bisschen möchte. „Wir wollen noch einen Schoppen trinken und sind speziell wegen des französischen Markts hier“, sagt eine 59-jährige Frau, die wie alle in der Gruppe ihren Namen lieber nicht in der Zeitung lesen möchte. Dort gebe es Käse, Wurst, Flammkuchen – eben „alles, was gut schmeckt“, wie ein 82 Jahre alter Mann sagt. Er kennt das Schlossfest schon seit Jahrzehnten. „Das gehört dazu, einmal im Jahr!“ Früher habe es noch „zünftige Musik“ und Theateraufführungen gegeben, hier oben auf der Terrasse.

Auf besagtem Markt am Schlossplatz bietet Jean Gilard aus Straßburg Cidre aus der Bretagne an. Kristina und Ramunas haben sich gerade eine Flasche gekauft. Sie wohnen in Rödelheim, sind frisch verheiratet und zufällig hier. Eigentlich sollte es nur eine Radtour werden, entlang der Nidda. Auf ihren Tellern liegen kleine Käsestücke und Oliven, die laut Ramunas „sehr, sehr teuer“ waren. Gerne hätten beide noch etwas Brot dazu gegessen, doch dafür hat der eingesteckte 20-Euro-Schein nicht mehr gereicht. Die Höchster Altstadt gefällt ihnen trotzdem.

Höchster Schlossfest geht am 15. Juli zu Ende

Ganz andere Prioritäten hat der sechsjährige Batu aus Sossenheim. „Wir haben schon acht Sachen gemacht“, sagt er und zählt auf: Bogenschießen, Kettenkarussell, normales Karussell, Dosenwerfen, Pfeilwerfen und so weiter. Gerade eben ist er vom Bungeespringen zurück, das ihm „sehr gut“ gefallen hat. „Weil das Hüpfen Spaß macht und hoch ist.“ Schon zum vierten Mal sind sie auf dem Schlossfest, sagt seine Mutter Esra. Jetzt möchte sie noch etwas essen, bevor es wieder nach Hause geht. Batu ist damit allerdings nicht einverstanden: „Nein, wir können hier noch eine Runde drehen!“

Auf der großen Bühne im Brüningpark läuft der Soundcheck. Hans Oczko und Yvette Kurowski sitzen im hinteren Bereich der ausgetrockneten Wiese – auf mitgebrachten Camping-stühlen. Sie trinken Aperol Spritz und ein Weizen. Beide leben in einer Wohngemeinschaft in Hattersheim und sind zum fünften oder sechsten Mal auf dem Schlossfest. Später kommen noch mindestens zehn Freundinnen und Freunde dazu. „Wenn sie nicht wieder alle Scheu haben vor dem Regen“, sagt Oczko.

Er selbst kommt „hauptsächlich wegen der Musik“ zum Schlossfest, schließlich ist der Gestalter für visuelles Marketing nebenbei als DJ aktiv. Später werden „Helter Skelter“ mit Classic Rock aus den 70er Jahren einheizen.

Mit einem letzten Highlight geht das 63. Schlossfest am heutigen Montagabend zu Ende: Um 22.30 Uhr steigt am Mainufer ein großes Feuerwerk.

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