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Eine Hebamme hilft einer Mutter beim Baden ihres Sohnes.

Geburtshilfe

Hohe Klinikdichte in Frankfurt

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In Frankfurt gibt es Änderungen bei den Geburtsstationen - aber keine Abstriche.

Das Marienkrankenhaus ist aus dem Nordend weggezogen und Anfang 2019 macht das Markuskrankenhaus seine Geburtshilfe dicht. Wird es dann in Frankfurt einen Mangel an Orten geben, um Kinder zu gebären?

Eher nein. Denn auch wenn es auf den ersten Blick so aussieht als gebe es künftig weniger geburtshilfliche Stationen, so findet tatsächlich nur eine Verschiebung statt.

In Frankfurt gibt es aktuell acht Entbindungskliniken. In den vergangenen Jahren kamen jeweils rund 13 000 Kinder in der Stadt zur Welt. Mit dem Bürgerhospital, dem Klinikum Höchst und dem Universitätsklinikum erfüllen drei davon die höchstmöglichen Standards und können auch eine intensivmedizinische Betreuung von Neugeborenen und Frühchen gewährleisten. Außerdem haben das Krankenhaus Nordwest, das Heilig-Geist-Krankenhaus, das Krankenhaus Sachsenhausen und das Elisabethenkrankenhaus eine Geburtshilfe. Wenn das Markus-Krankenhaus in Ginnheim im kommenden Jahr seine Geburtshilfe aufgibt, fällt zwar einer der acht Orte weg. Dadurch, dass die Geburtshilfe des Marienkrankenhauses 2017 vom Nordend ins Elisabethenkrankenhaus in Bockenheim umgezogen ist, steht aber nur anderthalb Kilometer davon entfernt schon eine Alternative zur Verfügung.

„Wir rechnen damit, dass diejenigen, die früher ins Markuskrankenhaus gegangen sind, künftig zu uns kommen werden“, sagt die Chefärztin der Geburtshilfe am Elisabethenkrankenhaus, Rita Steinwasser. „Die Kapazität haben wir.“ Ihre Erfahrung ist, dass die meisten Frauen, die keine besonderen Risiken bei der Geburt erwarten, ins nächstgelegene Krankenhaus gehen.

Das sieht auch das Team des Bürgerhospitals so. Viele werdende Mütter würden nach dem Wegfall der Geburtshilfe im Markuskrankenhaus wegen der geografischen Nähe künftig das Krankenhaus Nordwest oder das Elisabethen-Krankenhaus wählen, heißt es auf Anfrage der FR. Trotzdem geht das Bürgerhospital im Nordend davon aus, dass dort von 2019 an jährlich 250 bis 300 Kinder mehr geboren werden.

Den Wegzug des Marienkrankenhauses aus dem Stadtteil spürt das Bürgerhospital „weniger stark als zuvor gedacht“, sagt Kristin Brunner von der Unternehmenskommunikation. Von Januar bis August 2018 gab es im Haus nur 35 Geburten mehr als im Vorjahreszeitraum – bei rund 3300 Geburten pro Jahr fällt das nicht weiter ins Gewicht.

Doch auch für einen Anstieg der Geburtenzahlen rüstet sich das Haus bereits. Im kommenden Jahr zieht die Geburtshilfe in einen Neubau um, in dem es dann mit sieben Kreißsälen zwei mehr als bisher geben wird. Das Team soll entsprechend verstärkt werden.

„In Frankfurt sind wir gut aufgestellt“, sagt Gabriele Dyckmans vom Gesundheitsamt der Stadt. Weitaus schwieriger als eine Geburtsklinik zu finden, sei es für viele Frauen, eine Hebamme für die erste Zeit nach der Geburt zu finden.

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