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Um die Artenvielfalt zu erhöhen, sollten Wiesen nicht zu häufig gemäht werden.

Artenvielfalt

Hohe Artenvielfalt in Frankfurts botanischen Gärten

Über die Bürgerwissenschaftsplattform „iNaturalist“ wurden die Artenvielfalt in Frankfurts botanischen Gärten dokumentiert. Die ist höher als bisher vermutet.

Frankfurts botanische Gärten sind artenreicher als bisher vermutet. So lautet das vorläufige Ergebnis eines bürgerwissenschaftlichen Projekts, welches der Frankfurter Palmengarten, der Botanische Garten und der Wissenschaftsgarten der Goethe-Universität 2018 ins Leben gerufen haben. Ziel sei es gewesen, sich einen Überblick über die in den drei Anlagen vorkommenden Tier- und Pilzarten zu verschaffen, sagt Marco Schmidt, Botaniker im Palmengarten bei der Vorstellung der ersten Erkenntnisse am Donnerstag, bei der auch Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) und Palmengarten-Direktorin Katja Heubach zugegen waren.

„Wir wussten, dass es in den Wissenschaftsgärten eine Vielfalt an Arten gibt“, sagte Heilig bei der Projektvorstellung. „Bisher wussten wir aber nicht genau welche.“ An dieser Stelle setzte das Projekt an: Besucherinnen und Besucher der drei Anlagen wurden dazu aufgefordert, Fotografien von beobachteten Tieren und Pilzen auf der Bürgerwissenschaftsplattform „iNaturalist“ hochzuladen, so dass sie im Anschluss von Expertinnen und Hobbywissenschaftlern identifiziert werden konnten. Seit Projektbeginn wurden so insgesamt 674 Arten gezählt, darunter 456 verschiedene Insektenarten. Für Botaniker Schmidt besonders erfreulich: Darunter seien auch einige seltene Arten, wie der Trauer-Rosenkäfer, der auch auf der nationalen Roten Liste gefährdeter Arten geführt wird.

So groß die Artenvielfalt in den Gärten auch sei, die Erkenntnisse lassen sich nicht einfach auf ganz Frankfurt übertragen. So wurden im Palmengarten die Wiesen zwischen dem Tropicarium und dem Subantarktishaus vergangenes Jahr extra insektenfreundlich umgestaltet, das heißt sie werden nur zwei Mal im Jahr gemäht und es wurden regionale Pflanzen ausgesät. Im Rest des Stadtgebiets und im Umland sieht es aber meist anders aus.

„Damit wird einmal mehr deutlich, wie wichtig Grün für die Stadt ist“, sagt Umweltdezernentin Heilig. Dabei können jeder und jede etwas zum Erhalt der Artenvielfalt beitragen. Im heimischen Garten hieße das dann praktisch: Einfach mal nichts machen, so Heilig. „Es wäre schön, wenn der ästhetische Blick vom Rasen zur Wiese ginge“, sagt sie.

Unter dem Leitthema „Blüten- und Bestäuberökologie“ will der Palmengarten auch in den nächsten Jahren für die Notwendigkeit einer Insektenvielfalt sensibilisieren, sagt Direktorin Heubach. Zentral sei dabei die Eröffnung des neuen Blüten- und Schmetterlingshauses ab 2021.

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