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Blick auf's "Gerippte", Sitz der Europäischen Aufsichtsbehörde für Versicherungen.
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Blick auf's "Gerippte", Sitz der Europäischen Aufsichtsbehörde für Versicherungen.

Banken und Versicherungen

Hoffen auf den EZB-Effekt

  • Christoph Manus
    VonChristoph Manus
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Frankfurt hat sich zu einem Zentrum für Regulierung entwickelt. Und im Vergleich zum Finanzplatz London ist Frankfurt nach Einschätzung der Wirtschaftsförderer gut durch die jüngste Bankenkrise gekommen.

Wenn sich Frankfurt nach und nach zum europäischen Zentrum für die Regulierung von Banken und Versicherungen entwickelt, bietet das nach Ansicht der städtischen Wirtschaftsförderer die Chance, dass sich weitere Finanzdienstleister und Repräsentanzen in Frankfurt ansiedeln, die die Nähe zur „Regulation Community“ suchten.

1000 Menschen, perspektivisch sogar mehr, werden nach Zahlen von Wirtschaftsdezernent Markus Frank (CDU) allein bei der Bankenaufsicht für die systemrelevanten Banken der Eurozone arbeiten, die an die Europäische Zentralbank angedockt ist, welche bald ihr neues Gebäude im Ostend bezieht. Auch die Aufsicht für Versicherungen und Pensionskassen vergrößere die Zahl ihrer Mitarbeiter.

Die Bundesbank und die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht konzentrierten zunehmend Abteilungen in Frankfurt. Das gelte auch für Privatbanken wie die schwedische SEB, die niederländische ING-Diba und die Sparkassen-Finanzgruppe, heißt es im Jahresbericht der Wirtschaftsförderung, den OB Peter Feldmann (SPD), Wirtschaftsdezernent Frank und Geschäftsführerin Anja Obermann am Montag vorstellten. Seit einigen Wochen ist Frankfurt Handelszentrum für die chinesische Währung Renminbi, vergangenes Jahr hat etwa die Agricultural Bank of China ihre Repräsentanz in der Stadt in eine größere Niederlassung umgewandelt.

Diese Weiterentwicklung des Finanzplatzes stellt die Stadt dem Bericht nach aber auch vor Herausforderungen. So müsste das Hochschulangebot um Themen wie Regulierung und Risikomanagement erweitert werden und die Kapazität von Rechenzentren ausgebaut, heißt es im Jahresbericht der Wirtschaftsförderung.

Nötig sei es zudem, den Mitarbeitern der Europäischen Zentralbank wie der anderen europäischen Behörden zu ermöglichen, dass sie ihre Kinder auf internationale Schulen und Kindergärten schicken können.

„Wir tun alles, damit sich die Menschen hier zufrieden fühlen“, versprach Wirtschaftsdezernent Frank gestern. „Wir versuchen, ihnen den roten Teppich auszurollen.“ Dazu zähle, dass die Stadt bei der Finanzierung des Ausbaus der Europäischen Schule in Vorleistung gehe, aber auch, dass die Ausländerbehörde die Kommenden weniger strikt und freundlicher als in manchem Landkreis behandele.

Die Zahl der Arbeitsplätze in der Finanz- und Versicherungsbranche lag in Frankfurt zum Stichtag 30. Juni 2013 laut Bericht der Wirtschaftsförderung zwar um gut 1100 unter dem Vorjahreswert, sie sank auf weniger als 74 000. Damit stammt aber immer noch jeder siebte Arbeitsplatz in Frankfurt aus dieser Branche.

Im Vergleich zum Finanzplatz London ist Frankfurt nach Einschätzung der Wirtschaftsförderer gut durch die jüngste Bankenkrise gekommen. Seit deren Ausbruch habe der hiesige Finanzplatz fünf Prozent an Beschäftigten eingebüßt, London 30 Prozent verloren, sagte Geschäftsführerin Anja Obermann. Das habe unter anderem mit der starken Fokussierung des Finanzplatzes London auf das Investment Banking zu tun gehabt, hieß es.

Hoffnungen zu hegen, dass eine Entscheidung der schottischen Wähler zur Loslösung von Großbritannien sich negativ auf den Finanzplatz London auswirken könne, aber Frankfurt positive Effekte bescheren, nannte OB Feldmann allerdings zynisch.

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