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Susette Gontard und Hölderlin, hier nicht in Frankfurt, sondern ausgestellt in Bad Homburg.

Hölderlin-Festwoche

Die Stadt seiner Liebe und Muse

  • Meike Kolodziejczyk
    vonMeike Kolodziejczyk
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Zwei schicksalhafte Jahre verbrachte Friedrich Hölderlin in Frankfurt. Zu Ehren seines 250. Geburtstags eröffnet am morgigen Samstag die Hölderlin-Festwoche.

Sie war die Liebe seines Lebens, die Frankfurter Bankiersgattin Susette Gontard. In ihrem Haus am Großen Hirschgraben war Friedrich Hölderlin von 1796 bis 1798 als Erzieher ihres Sohnes tätig, bis die Beziehung entdeckt wurde und er nach Bad Homburg floh. Am 20. März 2020 jährte sich der Geburtstag des Dichters zum 250. Mal, Anlass für die Stadt Frankfurt und das Freie Deutsche Hochstift mit dem Goethe-Museum, anstelle der biennalen Frankfurter Goethe-Festwoche ein Programm zu Ehren Hölderlins zu veranstalten. Vom 19. bis 25. September gibt es Diskussionen, Lesungen, Führungen und einen Liederabend in Kooperation mit dem Kulturfonds Frankfurt-Rhein-Main.

Die Festwoche

Eröffnet wird die Hölderlin-Festwoche am Samstag, 19. September, 15 Uhr, mit der Mousonturm-Produktion „Hölderlin Heterotopia“ von Akira Takayama. Treffpunkt ist vor dem Freien Deutschen Hochstift/Frankfurter Goethe-Haus, Großer Hirschgraben 23-25.

Reservierungen erfolgen bei den Veranstaltern, die Plätze für sämtliche Programmpunkte sind begrenzt.

Das Programm und Informationen etwa zum Hygienekonzept gibt es auf: www.literaturstadt-frankfurt.de

www.hoelderlin2020.de

„Friedrich Hölderlin verbrachte zwei prägende Jahre seines Lebens in Frankfurt“, erläutert Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) die Bedeutung des Lyrikers für die deutschsprachige Literatur sowie für die Stadt. „Beflügelt von der Liebe zu seiner Frankfurter Hausherrin Susette Gontard, die er als ‚Heilige‘, seine ‚Muse‘ und ‚Botin des Himmels‘ feierte, fand er für kurze Zeit innere Ruhe und die Erfüllung seiner Berufung zum Dichter.“

Eröffnet wird die Festwoche am morgigen Samstag um 15 Uhr mit einer Produktion des Mousonturms, dem eigens zu Hölderlins 250. Geburtstag konzipierten Audiowalk „Hölderlin Heterotopia“. Der japanische Regisseur Akira Takayama hat mit seinem Team Port B eine App entwickelt, die den 22 Kilometer langen Hölderlinpfad zwischen Frankfurt und Bad Homburg in einen „anderen Ort“ verwandelt. Zu Fuß oder per Rad gelangt man zu den einzelnen Stationen, an denen sich neben Gedichten Hölderlins auch Texte von 14 Autorinnen und Autoren – darunter Alexander Kluge, Elfriede Jelinek oder Helene Hegemann – freischalten.

Friedrich Hölderlin habe ein Werk geschaffen, „das an Tiefe und Schönheit seinesgleichen sucht“, sagt Sonja Vandenrath, Leiterin des Literaturreferats und Kuratorin der Festwoche. „Wie sehr es mit Frankfurt verbunden ist, wissen nur wenige.“ Zu den weiteren Höhepunkten zählen etwa die Lesung mit Christian Brückner und Tilman Spreck am 20. September oder das Gespräch zwischen Durs Grünbein und dem Literaturkritiker Gregor Dotzauer zum Abschluss der Festwoche.

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