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Höchster Porzellan-Manufaktur: Mit halber Kraft voraus

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Von: George Grodensky

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Da steckt viel Handarbeit drin: Höchster Porzellan mit Hessenlöwe.
Da steckt viel Handarbeit drin: Höchster Porzellan mit Hessenlöwe. © Monika Müller

Das Land Hessen übernimmt das Frankfurter Traditions-Unternehmen. Die Hochschule für Gestaltung in Offenbach wird es fortan betreiben, allerdings für Forschung und Lehre, nicht am Markt.

Halb gerettet ist besser als gar nicht. Ob das Glas der Höchster Porzellan-Manufaktur dabei nun halb voll oder halb leer wirkt, wenigstens ist es keine völlig zerdepperte Tasse. So ist es eine gute Nachricht, dass das Land Hessen einspringt, um die jahrhundertalte kunsthandwerkliche Tradition des Höchster Unternehmens zu bewahren. Zumal das Konzept, die Werkstätten und das Wissen der Hochschule für Gestaltung zur Verfügung zu stellen, geradezu revolutionär innovativ wirkt. Junge Designerinnen und Designer könnten frischen Wind mitbringen, die Lehrenden, ja die Wissenschaft, neue Erkenntnisse anwenden. Das klingt, als ob es ein nachhaltiger Weg wäre, die Manufaktur zu bewahren und wenigstens die Hälfte der acht noch verbliebenen Arbeitsplätze. Natürlich könnte man auch ein paar Euro mehr ausgeben, um Vertrieb und Verkauf zu erhalten. Wobei teures handgefertigtes Porzellan dieser Tage nicht so nachgefragt zu sein scheint. Sonst wäre die Manufaktur nicht erneut insolvent. So ein Qualitätsprodukt hat ja den großen Nachteil, dass es die Jahrhunderte überdauert und Liebhaberinnen und Liebhaber von Figürchen, Tellerchen und edlem Geschirr diese Dinge nicht ständig neu kaufen müssen. Etliches davon wird auch vererbt. Manches Geschäftsmodell, ja Tradition, ist schlicht überholt. Aber wer weiß? Womöglich läuft das Konzept so gut, dass die Hochschule einen Laden mit Höchst-Offenbacher Geschirr eröffnet.

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