Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

So haben die meisten Menschen die Mainfähre „Walter Kolb“ noch nie gesehen: Ohne Wasser unterm Kiel, auf dem Trockendock, in der Werft-Werkstatt.
+
So haben die meisten Menschen die Mainfähre „Walter Kolb“ noch nie gesehen: Ohne Wasser unterm Kiel, auf dem Trockendock, in der Werft-Werkstatt.

Höchst

Mainfähre auf dem Trockendock

Seit 30 Jahren ist das Höchster Fährschiff „Walter Kolb“ fast pausenlos im Dienst - nun wird es generalüberholt.

So haben selbst die Stammgäste die „Walter Kolb“ noch nie gesehen: Die Fähre liegt in der Werkstatt des Bootsbaus Speck am Schwanheimer Ufer auf dem Trockenen und wird einer Generalüberholung unterzogen, um bald den Fährbetrieb wieder aufzunehmen. Das 18,36 Meter lange, 33 Tonnen schwere und 190 PS starke Schiff füllt eine der kleineren Hallen aus. Fährmann Sven Junghans steht auf dem Deck und bereitet Anstreicharbeiten vor. An Bord führt nicht, wie üblich, eine Rampe: Sie wurde abmontiert und steht auf dem Hof. Stattdessen geht es eine lange Leiter hinauf.

Zwar werde die „Walter Kolb“ jedes Jahr in der Winterpause gewartet, erzählt Junghans, aber dieses Mal stehe nach fast 30 Jahren Betrieb eine große Revision an; zwei Monate sind veranschlagt. Seit dem 20. Dezember ist die Fähre aus dem Wasser; sie wurde bereits komplett sandgestrahlt und sieben Mal gestrichen. Das machen die Mitarbeiter des Bootsbaus, der die Fähre konstruiert hatte. Der Fährmann ist dennoch jeden Tag vor Ort und erledigt kleinere Arbeiten.

„Wir Schiffer mögen es nicht, wenn ein Schiff an Land ist. Deshalb mache ich alles, um die Fähre schnell ins Fahrwasser zurückzubringen“, sagt Junghans und grinst. Auch die Anlegestelle am Schwanheimer Ufer wurde aus dem Wasser geholt und neu gestrichen. Am 20. Februar soll der Fährbetrieb wieder aufgenommen werden. Junghans gibt sich zuversichtlich: „Wir sind sehr gut im Zeitplan.“

Fährmann stammt aus einer Schiffer-Familie

Der in siebter Generation aus einer Schiffer-Familie stammende Fährmann steuert die „Walter Kolb“ täglich bis auf mittwochs von Ufer zu Ufer. Geboren wurde Junghans in Meißen und sammelte seine erste Schifffahrts-Erfahrung auf der Elbe. Er kam 2012 an Bord der „Walter Kolb“, seit 2015 ist er der Chef. Die meisten Passagiere sind Stammpublikum: „Die kurze Fahrt reicht schon, damit ich mich mit ihnen über ihre tägliche Sorgen und Geschehnisse austauschen kann.“

Die „Walter Kolb“ gehört der Stadt Frankfurt; Junghans ist Pächter und bekommt außer dem Fahrgeld noch Zuschüsse. Trotzdem hatte er im vorigen Jahr erstmals um Spenden bitten müssen: Das Virus bescherte massive Einbrüche. „Durch Corona ist der Fährbetrieb in unsicheres Fahrwasser geraten“, sagt er. Von März bis Ende Juni durften statt 35 nur jeweils acht Passagiere an Bord. Die restlichen Monate der Hauptsaison hätten auch wegen geringerer Passagierzahlen nicht ausgereicht, um die Einbußen zu mildern.

Umso dankbarer ist der Fährmann daher, dass die Kosten für die große Renovierung von der Stadt Frankfurt übernommen werden. „Die Stadt hat keine Kosten und Mühen gescheut“, sagt er erfreut. Das Ergebnis des Spendenaufrufs sei beeindruckend gewesen. „Die Frankfurter haben sehr geholfen, ihre Fähre zu retten“, sagt er, der erst nicht um Unterstützung hatte bitten wollen. Doch die Leute griffen ihm gern unter die Arme – und er ist zuversichtlich: „Wir hoffen auf einen Start in eine bessere Saison.“

Sven Junghans hat bereits große Pläne: Im Sommer will er unter anderem wieder einen Tagesausflug zum Schloss Philippsruhe in Hanau anbieten, wie es ihn vorigen Sommer gab. Auch die beliebten Abend-Touren zur Frankfurter Skyline sollen wieder stattfinden.

Wenn die Arbeiten im Februar erledigt sind, wird die „Walter Kolb“ sofort wieder zu Wasser gelassen. Junghans fiebert diesem Tag schon jetzt entgegen: „Je schneller sie wieder im Wasser ist, desto besser.“

KATHARINA KOHLER

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare