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Philipp Beisheim präsentiert die mobile Bank. 

Frankfurt-Höchst

Höchster Designparcours zeigt die künftigen Bänke der Königsteiner

Tagsüber können die Passanten darauf sitzen, abends rollt man sie weg. Das mobile Möbel soll so den Konflikt zwischen Anwohnern und nächtlichen Ruhestörern entschärfen.

Eine Frankfurter Bank gibt es bereits. Philipp Beisheim und Theo Voss haben eine Höchster entworfen. Den Prototyp des mobilen Sitzmöbels haben sie am Wochenende beim Höchster Designparcours präsentiert. Es ist ein Auftrag der Stadt. Wenn die Produktionskosten und das Design stimmen, wird die Bank künftig als Sitzgelegenheit auf der Königsteiner Straße aufgestellt – zunächst als Pilotprojekt.

Vor vier Jahren hat sich Produktdesigner Beisheim erstmals am Designparcours beteiligt, hat mit anderen Kreativen in leerstehenden Gewerberäumen in der Kranengasse 2 ausgestellt. „Darüber kam ich in Kontakt mit den Eigentümern“, erzählt er. Heute ist Beisheim selbst Mieter der Flächen. Gemeinsam mit Innenarchitekt Theo Voss hat er die Firma „Kleinstil.“ gegründet und die Räume in einen kreativen Ort verwandelt.

Das ist ja die Idee des Parcours: mit Kreativität gegen den gewerblichen Leerstand anzugehen. Rund 60 Aussteller an 19 Orten sind diesmal bei der zweitägigen Veranstaltung dabei, auf der von Schmuck, Klamotten, und Accessoires auch Kunst und kleine Möbel präsentiert werden.

Die Höchster Modell-Bank hat sich Planungsdezernent Mike Josef (SPD) bei seinem Rundgang angesehen. Wohlwollend. Er könne sich vorstellen, dass die Idee für andere Stadtteile adaptiert werde, sagt er. Die Kosten finanziert das Förderprogramm für die Innenstadt Höchst.

Die Sitzfläche des Möbels besteht aus Robinienholz, der Rahmen aus Metall. Unterhalb der Bank, auf der linken Seite, sind Räder angebracht, die von einer Blende aus Metall abgedeckt sind. An der Seite gibt es zudem eine weitere Fläche, die für Werbezwecke genutzt werden kann.

„Die Bank“, so führt Beisheim aus, „kann wie eine Sackkarre auf der einen Seite in die Höhe gestemmt und weggerollt werden.“ Zum Beispiel in eines der Ladengeschäfte an der Königsteiner Straße. „Wir haben bereits Paten, die das übernehmen möchten“, sagte Jürgen Schmitt von der NH-Projektstadt. Die Idee dahinter sei, tagsüber Sitzmöglichkeiten auf der Höchster Einkaufstraße zu schaffen, die abends wieder weggenommen werden können – um die nötige Ruhe für die Anwohner zu gewährleisten.

Zurück zum Parcours. Einige Meter die Bolongarostraße hinauf gibt es für Besucher im Haus Nummer 145 kleine Möbel – vom Hocker bis zur Sitzgelegenheit für die Meditation – zu entdecken.

„Die Räume sollen umgebaut werden und wurden von der Eigentümerin für den Design-Parcours zur Verfügung gestellt“, erzählte dort Jürgen Schmitt. Gleich am Eingang präsentiert Jörg Dittmar seinen „Deva-Sitz“, der den aus der Meditation und dem Yoga bekannten Lotos-Sitz aufgreift. Auch Buddha-Darstellungen zeigen häufig diese Körperhaltung. „Führt man sie aber nicht richtig aus, kann der Lotos-Sitz sehr unbequem sein“, sagt Dittmar. Als Filmemacher sei er viel herumgekommen, unter anderem habe er in Asien gedreht.

„Ich meditiere selbst. Darüber entstand die Idee“, erzählte er. Mit dem Designer Olaf Schroeder sei sie nun umgesetzt worden. Der Sitz entspanne den Rücken, das Kissen unterstütze zudem die Knie, sagte Dittmar.

Von Alexandra Flieth

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