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Offene Türen im Industriepark Höchst: Hier werden Besucher durch die Clariant-Produktion geführt.

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Mit Bus, Bahn oder Autokran – beim Tag der offenen Tür können Besucher das Infraserv-Werksgelände in Höchst aus unterschiedlichen Blickwinkeln erkunden.

Die in Blau- und Grüntönen gestreiften Fabrikschornsteine und die Hochbauten mit Firmenlogos von Sanofi oder Clariant kennt jeder, der schon einmal in der Nähe des Industrieparks Höchst war. Doch was befindet sich sonst noch auf dem Werksgelände? Einen Blick hinter die Mauern eines der größten Industriestandorte Deutschlands konnten am Samstag Tausende Besucher beim Tag der offenen Tür erhaschen. Nur einmal alle drei Jahre öffnet der Parkbetreiber Infraserv Höchst das Tor Ost für die Öffentlichkeit. Erneut beteiligt er sich am vom Verband der chemischen Industrie bundesweit organisierten Tag der offenen Tür. Am Standort in Höchst ansässige Unternehmen laden zum neunten Mal zu einer Führung durch ihre Labore und Produktionsstätten ein und informieren über ihre Arbeit und Ausbildungsberufe.

„Weil die Nachfrage beim letzten Mal so groß war, können dieses Jahr doppelt so viele Besucher in den Park“, sagt Michael Müller, Leiter der Infraserv-Unternehmenskommunikation. Bis zu 8000 Menschen dürfen an Unternehmensbesichtigungen oder Rundfahrten durch den Industriepark teilnehmen. In der Erlebniswelt auf dem Gelände vor dem Besucherzentrum am Tor Ost präsentieren sich die Firmen außerdem an Ständen und bieten Spiel- und Spaßaktionen an. Insgesamt 15 000 Besucher zieht es laut Müller hierher.

Auf der Erlebnisweltbühne werden neue Technologien vorgestellt. Die Datenbrillen, die von Infraserv Höchst Prozesstechnik seit Jahresanfang eingesetzt werden, um Kunden, die irgendwo auf der Welt sitzen, in Arbeitsschritte einzubeziehen, stoßen auf besonderes Interesse. Bei den kleinen Besuchern ist eine Fahrt mit dem Riesenrad angesagt.

Wie das diesjährige Motto „Den Industriepark live und direkt erleben“ verspricht, wird die Arbeit in der Chemieindustrie nicht nur theoretisch vermittelt, sondern auch erfahrbar gemacht. Ziel der Aktion sei es, allen Interessierten und den Nachbarn des Industrieparks zu zeigen, wie die Forschungs- und Produktionsprozesse auf dem Werksgelände funktionieren, erklärt Müller. „Denn viele der hier hergestellten Produkte spielen im täglichen Leben für uns alle eine Rolle.“

Müller zählt Arzneimittel wie Insulin oder in Lebensmitteln verarbeitete Süßstoffe auf. „Natürlich soll auch der Nachwuchs auf uns als Arbeitgeber neugierig gemacht werden.“ „Das ist gelungen“, findet Lars Allerheiligen, der mit seiner Tochter Alina da ist. „Vieles hier ist zum Mitmachen und Anfassen, das ist für Kinder toll“, lobt er. Einzig die langen Schlangen bei den Shuttle-Bussen seien lästig. „Das hätte besser organisiert werden können“, findet auch Dieter Czernin. Er wollte mit seiner Familie an einer Führung durch die Fertigungshallen der Gesundheitsfirma Sanofi teilnehmen. „Wir haben kurzfristig umdisponieren müssen, weil die Warteschlange über einen Kilometer lang war.“

Neben Sanofi öffnen auch der Pharmakonzern Bayer, das Chemieunternehmen Celanese, das Bildungsunternehmen Provadis, Industriepark-Betreiber Infraserv Höchst und das Spezialchemie-Unternehmen Clariant ihre Pforten. Wer sich allgemein über den Industriepark informieren möchte, kann an Lokfahrten in historischen Personenwagen aus den 1920er und 1940er Jahren oder kommentierten Busfahrten teilnehmen.

Neu dabei ist in diesem Jahr der Chemiekonzern BASF, der seit dem 1. August mit dem Schwerpunkt Fungizide (Wirkstoffe zur Pilzbekämpfung bei Pflanzen) im Industriepark vertreten ist. Im Informationspavillon stellt ein Biologe 32 verschiedene Pilzarten und ihre Auswirkungen auf Getreide vor. Alle Pilze können anschließend unter einem Mikroskop genauer betrachtet werden.

Erstmals präsentiert sich auch die Werksfeuerwehr. Mit rund 120 Mitarbeitern schützt sie den Industriepark und den Standort Griesheim. Auf dem Hof der Wache haben die Besucher abermals die Chance, die Vogelperspektive einzunehmen. Hier geht es in der Rettungsplattform eines Autokrans 48 Meter in die Höhe. Wer sich für die Geschichte des Industrieparks interessiert, kann eine Führung durch die Produktionshallen von Clariant mitmachen. „Unsere Wurzeln gehen auf die Farbwerke zurück, mit denen 1863 der Grundstein für den heutigen Industriepark gelegt wurde“, erzählt Ulrich Boller von der Unternehmenskommunikation.

Bei Clariant werden auch heute noch Farbpigmente hergestellt. Rund ein Jahr habe sich das Unternehmen auf den Tag der offenen Tür vorbereitet. „Alle teilnehmenden Firmen entwickeln ihr Programm in enger Zusammenarbeit miteinander. Unser Anspruch ist es, jedes Mal etwas Neues zu zeigen.“

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