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Theo Gehrig: Der Mensch, aufs Wesentliche reduziert

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Von: Alexandra Flieth

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Theo Gehrig zeigt in seiner aktuellen Ausstellung bei der Westkunst Nied seine Grafiken und Gemälde.
Theo Gehrig zeigt in seiner aktuellen Ausstellung bei der Westkunst Nied seine Grafiken und Gemälde. © Maik Reuß

Der Grafiker und Maler Theo Gehrig zeigt sein Werk noch bis zum 1. Mai bei der Westkunst Nied in der Bolongarostraße.

Theo Gehrig steht auf den Treppenstufen im Eingang zur Galerie des Vereins Westkunst Nied in der Bolongarostraße und genießt die Sonnenstrahlen. Der Rödelheimer Künstler, der seit vielen Jahren Mitglied im Berufsverband Bildender Künstler (BBK) Frankfurt ist, zeigt dort eine Vielfalt an druckgrafischen Techniken – von der Kaltnadelradierung über Holz- und Linolschnitte bis zur Lithografie.

Er bildet damit wesentliche grafische Techniken vom Tiefdruck über den Hochdruck bis zum Steindruck ab, einem Flachdruck. Letztere Technik etwa wurde Ende des 18. Jahrhunderts entwickelt und schon wenige Jahre später sowohl künstlerisch als unter anderem auch zur Darstellung politischer Karikaturen in Tageszeitungen genutzt.

Theo Gehrig hat sich die Techniken in Kursen beim BBK erarbeitet und weiterentwickelt. Die aktuelle Schau stellt eine Art Rückblick auf das grafische Werk des 1944 Geborenen dar. Dies zeigt sich vor allem an Radierungen, deren Druckplatten er in den 1980er Jahren geschaffen hat. Bereits seit 1981 arbeitet Gehrig als freischaffender Grafiker und Künstler, studierte aber zunächst Bauwesen an der TH Karlsruhe. Geboren wurde der heute 77-Jährige in Heidelberg.

Das Besondere an den druckgrafischen Techniken, die Gehrig nutzt, ist, dass er das von ihm zu schaffende Bild spiegelverkehrt denken muss. Erst im Druck zeigt es sich von der richtigen Seite. Als Motive wählt Gehrig das menschliche Antlitz und Landschaften, die er oft auf zentrale Linien beschränkt und damit abstrahiert. Während seine Radierungen ohne Farben gestaltet sind, zeigen sich die Holz- und Linolschnitte des Künstlers bunt oder, wie er es selbst beschreibt, „expressiv“. Gerade die intensiven Farben seien es, sagt Gehrig, die viele Betrachter im Besonderen ansprächen.

Der Künstler erzählt, dass es der Wunsch der Westkunst-Vorsitzenden Spomenka Aleckovic gewesen sei, in der aktuellen Schau vor allem seine Druckgrafiken zu zeigen. Überdies sind Gemälde zu sehen, die neben Radierungen und Holzschnitten ihren Platz in der Schau gefunden haben und fast plakativ daherkommen. Auch da steht der Mensch mit seiner Körperlichkeit im Mittelpunkt; die leicht wirkenden, formgebenden Linien, die seine Druckgrafiken ausmachen, werden durch mit dem Pinsel modellierte Farbflächen ersetzt. Die Farbtöne sind intensiv, fast unwirklich.

Die Schau in der Galerie der Westkunst Nied, Bolongarostraße 112, ist bis zum 1. Mai dienstags, 14 bis 17 Uhr, sowie samstags, 15 bis 18 Uhr, offen. Eintritt frei.

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