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Rosen und Schneelandschaften

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Von: Alexandra Flieth

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Was da wohl brodelt am Stand des „Rose Centers“: Glühwein, Punsch oder Feuerzangenbowle? Maik Reuß
Was da wohl brodelt am Stand des „Rose Centers“: Glühwein, Punsch oder Feuerzangenbowle? Maik Reuß © Maik Reuß

Viele Gäste strömen zum Höchster Weihnachtsmarkt, der wegen der Corona-Lage nicht auf den Schlossplatz, sondern auf den Platz vor der Justinuskirche lockt

Als Planungsdezernent Mike Josef (SPD) und Claus Cromm, Vorsitzender des Vereinsrings Höchst, am Samstag kurz nach 17 Uhr den Weihnachtsmarkt eröffneten, gab es vor der Justinuskirche, Frankfurts ältestem Gotteshaus, kaum noch ein Durchkommen. Zwar war angesichts der unsicheren Corona-Lage noch einmal etwas kleiner geplant worden als vor der Pandemie, aber Einlasskontrollen und Beschränkungen gehörten der Vergangenheit an.

Weil Höchst gute Beziehungen zur irischen Quasi-Partnerstadt Tralee pflegt, waren wieder mehr als 20 „Rosen“ aus Irland, England, den USA und sogar aus Dubai angereist, alles junge Frauen mit irischen Wurzeln, die am „International Rose of Tralee“-Wettbewerb teilgenommen haben. In der „Rose Family“ ist es seit Jahren Brauch, zum Weihnachtsmarkt nach Höchst zu fahren. Mit von der Partie war auch wieder das National Folk Theatre „Siamsa Tíre“ aus Tralee, das zur Eröffnung des Weihnachtsmarktes nicht nur mit irischem Stepptanz, sondern auch mit „Christmas Carols“ begeisterte.

Bereits vor der offiziellen Eröffnung waren viele Menschen auf den Justinusplatz geströmt, wo Vereine aus dem Frankfurter Westen ihre Stände aufgebaut hatten. Im Angebot gab es Selbstgemachtes wie Plätzchen, Kuchen, Marmeladen oder Sirup. Es duftete nach Glühwein, Punsch oder Feuerzangenbowle, etwa am Stand des „Germany Rose Center“, und nach Flammkuchen wie am Stand der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg aus Unterliederbach. Auch ein Kinderkarussell drehte vor der Kirche seine Runden und das Blasorchester Höchst stimmte die Besucher mit weihnachtlicher Musik auf das erste Adventswochenende ein.

Auch Wehmut schwang mit

Für die Vereine – 27 Teilnehmer waren es – ist der zweitägige Weihnachtsmarkt eine wichtige Einnahmequelle. Es ist aber auch eine gute Gelegenheit, sich und die eigene Vereinsarbeit bekannter zu machen. Für Ada-Maria Mathé, die Vorsitzende der Bürgervereinigung Höchst, zählt gerade dieser Aspekt, der die Teilnahme für den Verein so relevant macht. „Wir haben hier die Möglichkeit, uns vorzustellen und auch junge Menschen, insbesondere Familien, anzusprechen“, sagte Mathé. Am Stand selbst boten Frauen aus dem Verein allerhand Selbstgemachtes und Dekoratives an, etwa Schneelandschaften im Glas – und das Interesse daran war groß. „Wir probieren immer wieder neue Ideen aus und schauen, wie es ankommt“, sagte Ada-Maria Mathé. Offenbar sehr gut: Die selbst gebackenen Plätzchen und der Sirup aus eigener Produktion waren bereits am Nachmittag des ersten Tages fast ausverkauft.

Mit einem solchen Besucheransturm hatten die wenigsten gerechnet. Auch das Konzert des Jugendchors „Die Möwen“ in der Justinuskirche zog Gäste an. Doch vor allem ging es darum, Leute zu treffen. So auch für Heidi Kegel, die mit Gatte und einer Freundin über den Weihnachtsmarkt schlenderte. Dieser Besuch habe bei ihnen Tradition. Bei aller Freude schwang aber auch Wehmut mit: „Der Weihnachtsmarkt muss wieder auf den Schlossplatz zurückkehren.“ Dort war nur der Geschichtsverein vor seinem Domizil, dem Zollturm, vertreten. Viele Gäste zeigten zwar Verständnis dafür, dass der Vereinsring noch vorsichtig und kleiner hatte planen müssen. Dennoch: Nur wenn der Weihnachtsmarkt zurückkehre auf den Schlossplatz, sei es letztlich wieder so wie vor Corona.

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