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Porzellanmanufaktur: Arbeitsplätze müssen erhalten bleiben

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Die Höchster Porzellanmanufaktur geriet in die Insolvenz und konnte gerettet werden. Aber nur vier von acht Arbeitsplätze sollen erhalten bleiben.
Die Höchster Porzellanmanufaktur geriet in die Insolvenz und konnte gerettet werden. Aber nur vier von acht Arbeitsplätze sollen erhalten bleiben. © Monika Müller

Der Ortsbeirat in den westlichen Stadtteilen fordert die Stadt auf, zum Erhalt der Porzellanmanufaktur beizutragen. Den Antrag hat das Gremium bereits vor einem halben Jahr gestellt. Antwort kam keine.

Ich wette, wenn die Manufaktur im Nordend stehen würde, würde sich die Stadt viel mehr dafür engagieren“, sagt Dominike Pauli, Fraktionsvorsitzende der Linken im Ortsbeirat 6 (Frankfurter Westen), und unterstützt damit in der Sitzung am Dienstagabend einen Antrag von Susanne Serke (CDU). Die Ortsvorsteherin möchte per Antrag erreichen, dass die Stadt sich in Sachen Höchster Porzellan-Manufaktur (HPM) mehr engagiert, auch wenn die Manufaktur jetzt gerettet scheint und auf Initiative des Landes Hessen als Teil der Hochschule für Gestaltung (HfG) Offenbach weiterbetrieben werden soll.

Was Serke besonders wurmt: Die im Juni vom Stadtteilparlament vorgebrachte Bitte an den Magistrat, Lösungen zu finden, um eine unmittelbar bevorstehende Schließung der einzigen Porzellanmanufaktur Hessens zu vermeiden und die Arbeitsplätze zu erhalten, ist bis heute nicht beantwortet worden, wie 29 andere Anträge, Anregungen und Auskunftsersuchen. Dabei sei es durchaus wichtig, dass sich auch die Stadt engagiere, gerade jetzt, wo bekannt geworden sei, dass nur vier der zuletzt acht Angestellten der Manufaktur übernommen werden, findet Serke.

Petra Scharf, Vorsitzende der SPD-Fraktion im Ortsbeirat, sieht das anders. Zwar müsse „eine Lösung gefunden werden“, wenn nicht alle Arbeitsplätze erhalten blieben, doch „dieses: wir werden nicht gehört“, sei nicht angebracht. Die Stadt – also die Regierungskoalition aus SPD, Grünen, FDP und Volt – engagiere sich durchaus für den Frankfurter Westen, was man nicht zuletzt am Großprojekt Bolongaropalast sehe. Da kann Susanne Serke nur mit Sarkasmus reagieren. Denn der barrierefreie Umbau und die Sanierung des Barockbaus, im Jahr 2017 als Chefsache des seinerzeitigen Oberbürgermeisters begonnen, sollte schon vor zwei Jahren abgeschlossen sein; derzeit wird mit einer Fertigstellung im Sommer oder Herbst 2024 gerechnet.

Dass der Magistrat es in sechs Monaten nicht geschafft hat, eine Antwort auf die Aufforderung zum Handeln in Sachen Porzellan-Manufaktur zu formulieren, ist für Serke ein klares Signal: „Da muss ich die Stadt auffordern, etwas zu tun.“ Ihr Vorschlag: Der Magistrat soll zusammen mit der Wirtschaftsförderung das Gespräch mit dem Land suchen.

Das sehen in der Ortsbeiratssitzung die anderen Fraktionen und auch das fraktionslose Ortsbeiratsmitglied genauso: Der Antrag, auch die Stadt möge sich in Sachen Porzellan-Manufaktur engagieren, wird schließlich mehrheitlich verabschiedet – bei Enthaltung der SPD-Fraktion.

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