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Das Kronberger Haus mit dem Porzellanmuseum.

Höchst

Krisentreff zum Kronberger Haus in Höchst

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Das historische Gebäude in Höchst ist dringend sanierungsbedürftig. 

Das historische Kronberger Haus im Frankfurter Stadtteil Höchst, erbaut in den Jahren 1577 bis 1580 von Franz von Kronberg, bröckelt vor sich hin. In einem Antrag der Römer-Koalition von CDU, SPD und Grünen ist von „einer Reihe von Schäden“ die Rede, „die eine Sanierung dringend notwendig machen“.

Vom Planungsausschuss des Stadtparlaments wurde der Magistrat deshalb jetzt beauftragt, zu prüfen und zu berichten, wann die notwendigen 1,3 Millionen Euro zur Sanierung des historischen Gebäudes bereitgestellt werden können.

Die Koalition ist der Meinung, es sollte „dringend“ mit den Sanierungsarbeiten begonnen werden. Sonst drohten „zusätzliche Schäden an der Bausubstanz“. Tatsächlich kommt Anfang März bereits eine Krisenrunde zusammen.

Bürgermeister und Kämmerer Uwe Becker (CDU), Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) und Baudezernent Jan Schneider (CDU) berieten die unmittelbar notwendigen Schritte, wie Schneiders Sprecher Günter Murr der FR sagte.

Das Kronberger Haus auf dem Grundstück Bolongarostraße 152 spielt im Kulturleben der Stadt Frankfurt eine wichtige Rolle. Es beherbergt seit 1994 das Porzellan Museum Frankfurt, organisatorisch eine Abteilung des Historischen Museums.

Rund 1800 Höchster Fayencen und Porzellane sind dort zu sehen, in erster Linie stammen sie aus der Zeit des Rokoko und des Klassizismus. Gegenwärtig werden im Porzellanmuseum nicht weniger als drei Dauerausstellungen sowie eine Sonderausstellung gezeigt.

Die 1,3 Millionen Euro für die Sanierung sind bisher nur eine Schätzung. Ein Gutachter im Auftrag der Stadt kam zu diesem Ergebnis.

Das Kronberger Haus steht unter Denkmalschutz. Im 19. Jahrhundert wurde das Bauwerk aus dem 16. Jahrhundert behutsam verändert. Doch eine Renovierung gab es schon lange nicht mehr. Der Denkmalschutz macht eine Sanierung schwieriger und teurer.

Den großen Höchster Stadtbrand vom 10. Dezember 1586 hatte das Bauwerk ohne Schaden überstanden. 1862 kam das Gebäude in den Besitz der Stadt Höchst und mit der Eingemeindung in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts in das Eigentum der Stadt Frankfurt.

Von 1875 an hatte es als Rathaus gedient, bis 1909 blieb es Verwaltungssitz für die selbstständige Stadt Höchst. Zwischenzeitlich hatte es sogar Überlegungen gegeben, den historischen Bau abzureißen und durch ein repräsentatives neues Rathaus zu ersetzen.

Doch diese Pläne kamen seinerzeit aus finanziellen Gründen nicht zum Zuge.

Nach dem Jahr 1909 diente der Bau dann als Schulhaus und als Stadtbücherei, später war dort eine Beratungsstelle des Frankfurter Jugendamtes zu finden. Heute nutzt die Freiwillige Feuerwehr noch einen Hallenbau im Hof.

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